Aufsatz 
Über Homerübertragung mit neuen Proben
Entstehung
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sondern auch, was das verhängnisvollste war, nach möglichst engem Anschluss an das Original hinsichtlich des Satz- und Versbaus. d- udsα τoπν ππένι hiess z. B. 1781:welcher so weit geirrt, 1793 heisst es:der vielfach umgeirrt. Das ist noch nicht schlimm, aber sehr kleinlich. Schlimmer wird die Sache, wenn die Übereinstimmung nicht ohne Zwang und Opfer im Deutschen er- reicht werden kann. 76εν⁶σ ππωςο hiess z. B. 1781:wie eifrig er strebte, nicht gerade musterhaft, aber erträglich; doch damit ist Voss nicht zufrieden, er muss ja ein Partizip haben und ein ein- silbiges Wörtchen am Versschluss, und so entstehteifrig bemüht zwar. Das bekannte vi-τ Kann deutsch nur übersetzt werden die Thoren, und das würde sich auch an jeder Stelle des Hexa- meters unterbringen lassen, nur nicht am Anfang; aber Voss muss es im Anfang haben, denn es steht ja auch im Griechischen im Anfange, darum schreibt er schon 1781 sehr gezwungen:Thoren; aber»viτοοα hat ja 3 Silben, darum heisst es 1793:Thörichte! So könnte man noch lange fortfahren, namentlich wäre viel zu sagen über die undeutsche, gezwungene Wortstellung, die schon Schlegel stark getadelt hat. Allein es ist genug, und das steht fest: Voss war auf Irrwege geraten, und der Vossische Homer war verdorben. Das geht auch daraus hervor, dass Johann Heinrichs Sohn, Abraham Voss, bereits im Jahre 1837 einen Neudruck der Odyssee von 1781 veranstaltete, der sich 1843 wiederholte, dass ferner der wiederholten Dürrschen Prachtausgabe der ursprüngliche Text zu Grunde gelegt wurde, und dass endlich Bernays sich im Jahre 1881 zu dem mehrfach erwähnten Neudruck entschloss. Und dennoch hat der Vossische Homer über alle seine Vorgänger und Nachfolger den Sieg davon getragen. Über seine Vorgänger, das ist zu verstehen. Denn an eine Rehabilitation der Stolbergschen Ilias, für die Schroeter mehrere mutige Lanzen bricht, kann ich trotz aller Verdienste Stolbergs um die Homerische Sache aus mehrfachen Gründen nicht glauben. Wie aber ist es mit Vossens Nachfolgern? Denn dass seine Übersetzung doch nicht so allgemein gefallen und befriedigt hat, geht auch aus der grossen Zahl derer hervor, die es nach ihm besser zu machen versucht haben. Schroeter giebt in seinem mehrfach erwähnten Buche auf Seite 9 ff. denGrundriss einer Geschichtstabelle der deutschen Homerübersetzungen. Er zählt bis zum Jahre 1794 43 Nummern, von denen allerdings die meisten nur Bruchstücke enthalten, und von denen diejenigen, die