Aufsatz 
Antigone. Tragödie von Sophokles. Zur Einweihungsfeier des neuen Gymnasiums in Limburg an der Lahn übersetzt und für die Aufführung bearbeitet
Entstehung
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Ant.

Ism.

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Sich wechselseitig tötend, haben sie

Ihr unglückseliges Geschick erfüllt.

Jedoch das schlimmste Los wird uns zu teil, Die wir allein noch übrig sind, wenn wir

Dem Machtgebote des Tyrannen trotzen

Und dem Gesetz. Bedenke, daß wir Frauen, 60 Zum Streit mit Männern nicht geschaffen sind; Und dann, wir stehn in höherer Gewalt,

Die dies und Schlimmres uns verhängen kann. Und so bitt' ich die drunten um Vergebung, 65 Daß ich gezwungen bin, den Mächtigen

Der Erde zu gehorchen. Sinnlos wärs,

Zu tun, was unsre Kräfte übersteigt.

lch setze dir nicht zu, und deine Hülfe

Wär mir nicht einmal mehr erwünscht. Du selbst 70 Mutzt wissen, was dir frommt. Den Toten aber Begrab ich. Gilt's den Tod, es ist mir recht:

An seiner Seite will ich liegen traut

Beim Trauten, eine fromme Frevlerin.

Denn dorten muß ich ewig ruhn, bedarf

Der Liebe drunten länger als hier oben. 75 Du aber, wenn du meinst, entschlage dich

Der Pflicht, die selbst den Göttern heilig ist.

Der Götter heil'ge Rechte ehre ich, Doch trotzen kann ich nicht der Bürgerpflicht.

Rechtfert'ge so dich immerhin; doch ich 80 Geh' hin und grab des teuern Bruders Gruft.

Du Aimste, wie mich Angst beschleicht um dich! Sorg' nicht um mich, bedenk nur dein Geschick!

Zum mindesten gib keinem Kunde; tief Im Busen birg's; ich schweige ebenso. 85

Nein, nicht schweige! rede! Grundverhaßt Ist mir dein Schweigen. Ruf's in alle Welt!