Aufsatz 
Revision der deutschen handelsgeographischen Literatur, hauptsächlich aus dem Gesichtspunkte des Schulbedürfnisses / [Janson]
Entstehung
Einzelbild herunterladen

248.

durchbrochen. Die Mittelmeerländer Afrika's und Asiens sind als Glieder desselben Ver- kehrsgebiets zu Europa gezogen. Es ist zu bedauern, daſs das Werk bei der groſsen

Wandelbarkeit der Verkehrsbeziehungen in seinem statistischen Theile veraltet ist, ohne eine neue Auflage erlebt zu haben. In der Schule zu brauchen ist es nicht, aber der Lehrer kann in Beziehung auf die maritimen Verkehrswege und die Eigenthümlichkeit der wichtigern Handelsplätze Manches aus ihm lernen.

Der Herausgeber der Crügerschen Handelsgeographie hat im Jahre 1854 einen Supplementband zn jenem Werke geschrieben, dessen wir der Vollständigkeit wegen ge- denken müssen. Er hat den besondern Titel:Geregelter Handel und die Bestrebungen der Neuzeit zur Erleichterung des freiern Verkehrs u. s. w. In diesem A. v. Humboldt gewidmeten Buche kreiset das Mühlrad aus Göthe's Faust. Die rein geographischen Angaben, soweit sie wandelbare Dinge betreffen, sind unzuverlässig. Die Bevölkerungs- zahlen bleiben zum Beispiel um wenigstens ein halbes Decennium hinter dem Jahre 1854 zurück; Deutschland werden 35, Preuſsen 14, Oesterreich 33 Millionen Einwohner zuer- kannt. Nur der im Waarenhandel sich bewegende Abschnitt, die vergleichenden Zu- sammenstellungen der Aus- und Einfuhren, die Classificirung der wichtigsten Handelshäfen nach ihrem jährlichen Waarenumsatze, und was sonst unmittelbar vom Tische der Han- delsstatistik dem Werke in den Schoſs gefallen, hat Werth und Lusammenhang Das Ganze stellt sich als ein fragmentarisches Gemenge dar.

12. S. Becher.

Handelsgeographie zum Gebrauche für Kaufleute, Fabrikanten, Geschäftsmänner und Handelsschulen. 2 Bände(1836 37).

Auch dieses Werk ist von einer Schule ausgegangen, vom k. k. polytechnischen Institute zu Wien. Schon Reisser, einst Vicedirector des Instituts, hatte Materialien zu einer Handelsgeographie gesammelt; aber erst Becher, Professor der Geschichte und Geographie an der genannten Anstalt, führte den Gedanken mit Benutzung der von Reisser hinterlassenen Notizen aus. Ich will es nnentschieden lassen, wie niitzlich das Werk einer polytechnischen Schule sein könne, weil der Unterricht an die Sachbehand- lung des Lehrbuchs methodisch nicht gebunden ist; nur für Realschulen ist es schen der übergroſsen Fülle des Stoffes wegen, die überall bis ins geschäftliche Detail führt, un- brauchbar, eine Ansicht, die der Verfasser selbst getheilt zu haben scheint, als er seine Allgemeine Geographie zum Gebrauche für die Jugend in zweiter Auflage(1840)für die Real- oder Industrialschulen(1845) einrichtete.