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es reicht auch, so lange es nicht darauf ankommt, Städte, Läünder und Erdtheile in der Gesammtheit ihrer Handelsbeziehungen zu überblicken, vollkommen aus.
Ist freilich das Letztere der Fall, soll eine Frage des industriellen oder mercantilen Groſsbetriebs entschieden, etwa die Concurrenzfähigkeit eines Platzes gegen einen andern im Allgemeinen oder in Beziehung auf einen bestimmten Industriezweig abgemessen werden; handelt sich's um Abwägung der Chancen eines neu zu begründenden Etablisse- ments veredelnder Art, wo die Nähe des Productionsgebiets der zu verbrauchenden Roh- stoffe, die Beschaffenheit der Transportmittel auf den Bezugs- und Absatzwegen, der Preis der menschlichen Arbeitskraft, das Vorhandensein benutzbarer Wasserkräfte, die Existenz von Lagerstätten brennbarer Mineralien in nicht zu groſser Ferne und hundert ähnliche Dinge in stetem Vergleiche zu den Hülfsmitteln gleicher Etablissements beur- theilt werden müssen; oder will man die Colonisationsfähigkeit bestimmter Erdstriche, die Besiedelungswichtigkeit gewisser Oertlichkeiten, die auf geographischen Bedingungen ruhende Opportunität auserwählter Hafenstellen ermitteln und würdigen—: dann reicht das Lexikon nicht aus, dann macht sich das Combinationsvermögen und die allgemeine Bildung des Geschäftsmannes geltend, welchen die Handelsgeographie im Zusammenhange des Systems Uebung und Nahrung zuzuführen hat. Die Handelsgeographie soll in die allgemeine Bildung des Kaufmanns einen überall gegenwärtigen, sich bethätigenden Bestandtheil werfen.
Dieses Bildungsbedürfnifs ist vom Klein- zum Groſshandel ansteigend in wachsender Progression vorhanden. Wissenschaftlichkeit findet beim Groſshändler den meisten Anklang. Theoretische Beleuchtungen mercantiler Fragen haben hier die meisten Leser. Im Allge- meinen läſst sich der Satz aufstellen, dafs die Bildungsbedürfnisse des Kaufmannes mit der Ausdehnung seines Geschäüfts und der Höhe seines Umsatzes in Proportion stehen. Während man im Groſsgeschäft nach den Gold- und Silberbarren der Wissenschaft Verlangen trägt, ist man im Kleingeschäft oft schon mit einer Scheidemünze zufrieden, die über ihre eigene Legirung erröthet. Der Krämer nimmt gern lothweise ein, wie er lothweise auswiegt, und dazu genügen abseiten der Handelsgeographie schon die literari- schen Speiseanstalten der kaufmännischen Lexika. Das numerische Verhältniſs zwischen Grossisten und Kleinhändlern hilft schliefslich auch das Miſsgeschick erklären, das auf den handelsgeographischen L ehrbüchern in systematischer Gestalt ruht, die wir nun einzeln betrachten wollen, sofern sie nicht allzuweit hinter der Gegenwart zurückliegen. Herr von Reden gibt in dem Vorworte seines Buches aufser den in den Abschnitten 11—13 besprochenen Werken folgende Literatur des Faches:


