Aufsatz 
Revision der deutschen handelsgeographischen Literatur, hauptsächlich aus dem Gesichtspunkte des Schulbedürfnisses / [Janson]
Entstehung
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er den Bedürfnissen eines Jeden abhilft. Aber wer bleibt hierbei noch stehen? Dringt die Erkenntniſs nicht immer weiter und tiefer, dafs der Handel alle Production belebt, das Nationalvermögen hebt, die Gütervertheilung stetig regulirt, die Erde colonisirt und Civilisation selbst da noch verbreitet, wo er erobernd auftritt?

Indem er die entferntesten Völker und Länder der Erde in Verbindung setzt, erschlieſst er dieselbe nicht allein der Befriedigung unsrer Bedürfnisse, sondern auch der Wissenschaft. Die Menschen sind wach, geistig thätig, unternehmend, wo er herrscht; wo man ihn unter- drückt, da versinken die Völker in Trägheit und Stumpfsinn. Diese Eigenschaften sind es, die ihn immer mehr in den Mittelpunkt des heutigen Völker- und Staatenlebens haben treten lassen. Und berühren sie nicht sämmtlich allgemein menschliche Interessen?

Der Handelsgeographie ist aber zweitens auch die Möglichkeit des Erscheinens in wissenschaftlicher Form nicht abzusprechen.

Die Form der Wissenschaft ist das System. Dieses verlangt Beherrschung einer Vielheit von Erkenntnissen durch die Einheit, Zusammenfügung einer Mannigfaltigkeit von Theilen zu einem Ganzen durch ungezwungene Ueber- und Unterordnung und In- einandergreifen derselben nach den logischen Kategorie'n von Grund und Folge. In der logisch richtigen Anordnung und Verknüpfung des gaunzen Inbegriffs der gleichartigen Kenntnisse oder Erkenntnisse von allgemeiner Wissenswürdigkeit, die den Inhalt einer Wissenschaft ausmachen, beruht eben die Systematik. Durchgreifende Hauptgedanken, welchen der ganze Stoff sich fügt, machen sie möglich.

Waltet die Uebersicht der Eintheilung vor, so entsteht das System der Anordnung; herrscht durchaus dié Erzeugung der Begriffe durch Ableitung aus dem Grunde, so entsteht das System der Entwickelung. Ein solches System, in welchem nur die Genesis waltet, ein System im höhern Sinne des Wortes zu werden, ist der Handelsgeographie freilich nicht beschieden. Aber sie theilt diesen Mangel mit allen empirischen Wissen- schaften. Ganz ohne Rationalität und Causalität ist sie jedoch auch nicht; dafür sorgt der prädominirende Zweck, der sie ins Leben gerufen, und der ursächliche Zusammen- hang in denjenigen Zweigen des erdkundlichen Wissens, die sie behandelt. Zwei Prin- cipien theilen sich in die Herrschaft: ein geographisches der Anordnung und Folge des Stoffes und ein teleologisches der Beziehung alles Materials auf einen aufserhalb der

reinen Geographie liegenden Zweck.

10. Der Kaufmann und seine handelsgeographischen Haupliverke.

Schon die Durchsicht der handelsgeographischen Literatur in lexikalischer Form hat uns auf die beachtenswerthe Thatsache geführt, daſs diejenigen Werke, welche aus-