Aufsatz 
Animadversiones ad L. Annaei Senecae philosophi scripta
Entstehung
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aus einer Behörde, der ich über 25 Jahre als ständiges Mitglied anzugehören die Ehre hatte. Scheidend bitte ich Sie, mir ein freundliches Andenken zu bewabren! Gestatten Sie mir, hochverehrter Herr Geheimer Regierungsrat, Ihnen am Schluss meiner öffentlichen Wirksamkeit meinen ergebensten Dank abzustatten für das rege Interesse, für das gütige Woblwollen, das Sie mir wie der Anstalt jederzeit erwiesen haben.

Dem Zcheidenden sprach Herr Landrat von der Heydt als Vorsitzender den Dank des Kuratoriums für seine treue und gewissenhafte Amtsführung aus. Herr Geheimrat Dr. Lah- meyer wies in seiner Ansprache darauf hin, welche hohe Bedeutung der Tag gerade föür die Homburger Realschule habe, da an die ernste Trauerfeier für den Hochseligen Kaiser Fried- rich sich der Abschied des um die Schule hochverdienten Direktors anschliesse. Diesem wid- mete er Worte der Anerkennung und sprach den Wunsch aus, dass ihm die erst im Greisen- alter nach einem Leben voll ernster und gemeinnütziger Arbeit erbetene Ruhe einen in jeder Hinsicht gesegneten, heiteren Lebensabend verschaffen möge.

Diesen Wunsch machen wir mit ganzem Herzen auch zu dem unsrigen. Noch sei er- wähnt, dass Seine Majestät der Kaiser Herrn Professor Direktor Goepel beim Ausscheiden aus seinem Amte den Kronenorden 3. Kl. Allergnädigst zu verleihen geruhten.

Nachdem auch einer der Primaner im Namen seiner Mitschüler dem scheidenden Direktor Worte des Dankes gesagt und ein Geschenk überreicht hatte, erfolgte durch Herrn Geheiwrat Lahmeyer die Einführung des neuen Direktors. Die Ansprache des letzteren, welche ausser dem Dank für das ihm von den Behörden geschenkte Vertrauen auch die Darlegung einiger wesentlicher Grundsätze für eine gedeihliche Leitung der Jugenderziehung enthielt, ist auf Wunsch in der hiesigen Kreis-Zeitung vom 29. Juli v. J. abgedruckt worden. Es folgen hier einige Angaben über den Lebensgang des Unterzeichneten.

Ernst Schulze, geboren zu Gotha am 31. Oktober 1842, besuchte das Gymnasium seiner Vater- stadt. Nachdem er die Reifeprüfung bestanden batte, studierte er von 18621866 zuerst in Jena, darauf in Bonn Philologie, erwarb sich an letzterer Universität die Doktorwürde und legte die Lehramtsprüfung ab, worauf er am Gymnasium Ernestinum zu Gotha am 9. Oktober 1866 provisorisch, später definitiv als Gymnasial- lehrer angestellt wurde. Durch den Schulrat der drei reformierten Gemeinden in St. Petersburg zum Direktor der diesen Gemeinden gehörigen Kirchenschule(Gymnasium und Realschule mit staatlichen Rechten) gewählt und im Oktober 1872 bestätigt, verwaltete er das Direktorat der genannten Schule vom Oktober 1872 bis zum Jani 1888. Nach neunjährigem Dienste wurde ihm Allerhöchst der Titel ‚Staatsrat, in den Jahren 1878 und 1883 wurden ihm Orden verliehen..

Am 1. Juli 1888 übernahm er, durch das Kuratorium der städtischen Realschule zu Homburg v. d. H. zum Direktor gewählt und am 15. Mai Allerhöchst bestätigt, die Leitung der genannten Anstalt. Ausser den in Programmen und wissenschaftlichen Zeitschriften abgedruckten Abhandlungen sind von ihm im Druck erschienen: Das alte Rom als Grossstadt und Weltstadt 1878(Virchow-Holtzen Vorträge Nr. 302); Index nominum et rerum zu Horatii carmina rec. L. Mueller, Lipsiae 1879; Skizzen hellenischer Dichtkunst. Gotha 1880; Adiumenta Latinatis. Grundzüge des lateinischen Stils in Verbindung mit Uebersetzungsstücken f. d. oberste Stufe des Gymnasiums, Leipzig 1883; Grundriss der Logik und Uebersicht über die griechische Philosophie, Leipzig 1886. u. a.

Die Sommerferien dauerten vom 1. bis zum 29. Juli.

Am 31. Juli fand die Vereidigung der Lehrer auf S. Majestät Kaiser Wilhelm II. statt, nachdem der Direktor als Kommissar den Schwur zuerst geleistet hatte.

Am 1. September wurde die Sedanfeier im kleinen Tannenwäldchen abgehalten; die Ansprache an die Schüler hielt der Direktor.

Sämtliche Klassen machten am 4. September unter Leitung der Lehrer Ausflüge und zwar Prima und Sekunda gymn. über Eppstein nach Wiesbaden, Sekunda real. über Kronberg nach Usingen, die Tertien über Darmstadt nach der Bergstrasse, Quinta und Sexta gingen auf den Feldberg, die Vorklasse auf die Hohe Mark.

Die Herbstferien dauerten vom 23. September bis zum 7. Oktober. Während der- selben war die Sexta mit neuen Bänken mit eisernen Seitenteilen, buchenen Tischplatten und beweglichen Sitzen ausgestattet worden. Die Mittel zu diesen praktischen, in zwei verschiedenen Grössen angefertigten Subsellien waren im Schuletat bereit gestellt worden; die Ausführung übernahm die Fabrik von Sabel& Scheurer in Oberursel.

Nach den Herbstferien trat eine Scheidung der Realsekunda alter Organisation in zwei Abteilungen ein. Diese Trennung war dadurch nötig geworden, dass zu Ostern 1888