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reizten und befriedigten, waren faſt dieſelben, welche bereits am Grabe des Patroklos aufgeführt wurden und die Leibesübungen, welche Knaben und Jünglinge in der Pa— läſtra und dem Gymnaſium, ohne Ueberdruß zu empfinden, Jahr aus Jahr ein be⸗ trieben, ſind immer dieſelben geblieben. Alſo bewährte ſich jene vielgerühmte Maß⸗ haltigkeit und Selbſtbeherſchung, durch welche die Griechen ſo Großes leiſteten, auch auf dem Gebiete der Gymnaſtik und gerade heut zu Tage, wo die Einführung eines regel⸗ mäßigen Schulturnens auf dem Lande oft an pekuniären Bedenken ſcheitert, ſollte man ein Muſter an jener helleniſchen Einfachheit nehmen. Außer den Spieß'ſchen Frei- und Ordnungsübungen würde in ſolchen Fällen Laufen, Ringen, Springen ꝛc. genügen, um die Jugend turneriſch durchzubilden. Hierdurch könnten zugleich uralte Volksſpiele wieder erneuert werden. Noch bei den Schützenfeſten des 15. Jahrhunderts kommen als ſ. g. „offene Spiele“ ähnliche Wettkämpfe vor, wie in den Nibelungen, wo Siegfried gegen die Brunhild rang, nemlich Steinſtoßen, Springen, Laufen*). Daß das bei den Griechen ſo hochgeſchätzte Ballſpiel auch bei dem deutſchen Landvolk noch im 13. Jahrhundert blühte, erſehen wir aus den Liedern Nitharts, der ausdrücklich erwähnt, daß dasſelbe mit Geſang und Tanz verbunden war.
*) Mehr bei Freytag, neue Bilder aus dem Leben des deutſchen Volkes S. 144.
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