Aufsatz 
Zwei Festreden
Entstehung
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ein kleiner Teil ist gerettet worden; 68 brave Seeleute mit allen Offizieren und dem Schiffsarzt haben ihren Tod in den Wellen gefunden. Überall in deutschen Landen erfüllte diese Kunde die Herzen mit Trauer. Freudige Bewunderung musste es aber bei einem jeden erwecken, als man vernahm:Kommandant und Besatzung des Iltis sind mit drei Hurras auf den Kaiser in den Tod gegangen. Stellt ihn euch vor, diesen Augenblick, wie das Schiff, machtlos der Wut des rasendsten Sturmes preisgegeben, durch die wild wogenden Wellen dahingetrieben und auf ein Riff geworfen wird, wie es in zwei Stücke zerschellt und auf den sinkenden Trümmern Mannschaft und Offiziere unerschrocken dem Tod ins Auge schauen! Allen schwebt da der eine Gedanke vor:Du gehst in den Tod im Dienst für das Vaterland; in treuer Liebe zu ihm, zu Kaiser und Reich, und in treuer Pflichterfüllung gibst du dein Leben freudig dahin für das geliebte Vaterland. Diesen Gedanken und Gefühlen leiht der Kommandant durch ein dreimaliges Hurra auf den Kaiser tapferen Ausdruck, und die gesamte Mannschaft mit ihm. Und nun stimmen sie allesamt mit lauter Stimme das stolze deutsche Flaggenlied an, dass es mächtig über die rollenden Wellen hinausklingt und das Brausen des Sturms überténet und das Rauschen der Wogen.

Stolz weht die Flagge schwarz-weiss-rot Und wenn ein feindlich Schiff uns naht. Von uns'res Schiffes Mast. Und heisst's:Kklar zum Gefecht! Dem Feinde weh', der sie bedroht, Dann drängt's auch uns zu kühner That, Der diese Farben hasst! Wir kämpfen auch nicht schlecht.

Sie flattern an der Heimat Strand Und dringt ein feindliches Geschoss Im Winde hin und her In eines Seemanns Herz,

Und fern vom teuern Vaterland V Nicht klagt der tapfere Kampfgenoss, Auf sturmbewegtem Meer. Ihm macht es keinen Schmerz!

Ihr woll'n wir treu ergeben sein.Hohe! ruft er, was schadet's mir, Getreu bis in den Tod, Ich sterb' den Ehrentod.

Ihr woll'n wir unser Leben weih'n. Für Deutschlands heiliges Panier.

Der Flagge schwarz-weiss-rot! Die Flagge schwarz-weiss-rot! Allüberall, wo auf dem Meer Treibt auch des wilden Sturms Gewalt Empor ein Mast sich reckt, Uns an ein Felsenriff,

Die deutsche Flagge steht gar sehr Gleichviel, in welcherlei Gestalt

In Achtung und Respekt. Gefahr droht unserm Schiff,

Sie bietet auf dem Meere Schutz Wir wanken und wir weichen nicht, Dem Reiche allezeit, Wir thun, wie's Seemanns Brauch, Jedwedem tück''schen Feind zum Trutz, Den Tod nicht scheuend unsre Pflicht Der Deutschlands Ehr' bedräut! Noch bis zum letzten Hauch! Fürwahr, wo uns're Flagge weht, Ja, mit den Wogen kämpfet noch

Da hat es keine Not, Der sterbende Pilot.

Hoch leb', die hoch in Ehren steht, In seiner Rechten hält er hoch

Die Flagge schwarz-weiss-rot! Die Flagge schwarz-weiss-rot!

Solche Worte singend steht die tapfere Schar auf dem zerborstenen Schiff, unerschrocken dem nahenden Tod ins Auge blickend. 2*