präsident und der Herr Direktor des Kgl. Provinzial-Schulkollegiums, für die Gründung einer staatlichen Anstalt nach Frankfurter Lehrplan eingetreten seien.— Er wünsche, dass die neue Anstalt in den Kranz der staatlichen und städtischen Schwesteranstalten sich würdig einreihe, Männer erziehe, die in Vornehmheit der Gesinnung und des Charakters, im Verständnis des geschichtlich Gewordenen wie der Anforderungen unserer Zeit der Anstalt, der Vaterstadt und dem Vaterlande zur Ehre gereichen, die gelernt haben zu ar- beiten und die Sache allezeit über die Person und über den eigenen Vorteil zu stellen.
Die Glückwünsche des Kgl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums brachte der Direktor der An- stalt Prof. Dr. Busse. Er wies auf die freundschaftlichen Beziehungen hin, die von Anfang an zwischen den beiden Anstalten bestanden hätten, und gab dem Wunsche Ausdruck, dass die Schüler, die im Laufe der Zeiten in dem Hause aus- und eingingen, zu vornehm denkenden, charakterfesten, willensstarken Männern erzogen werden möchten.
„Möge der Geist der Liebe und des Friedens stets in diesem Hause wohnen: mögen Gottesfurcht und Königs- treue die festesten Stützen dieser Stätte bilden; möge den Schülern die Mahnung des Apostels vor Augen schweben: Habt die Brüder lieb, fürchtet Gott, ehret den König! Möge Gottes reichster Segen über dieser Schule walten; das ist der Wunsch des Kgl. Kaiser-Friedrichs-Gymnasiums!“
Nachdem hierauf die Schüler das Lied„Stimmt an mit hellem, hohem Klang“ gesungen hatten, wandte sich Herr Ober- und Geheimer Regierungsrat Dr. Paehler in einer Ansprache an die jugendlichen Sänger, um sie auf das Gelöbnis hinzuweisen, das sie in ihrem Liede dargebracht hätten. Er führte aus, wie ohnmächtig das deutsche Reich gewesen sei zu der Zeit, als jenes Lied gedichtet wurde, wie herrlich und mächtig es dagegen heute da- stehe; mit um so grösserem Stolze müsse es jeden Deutschen erfüllen, einem solchen Vaterlande anzugehören. So hoffe er, dass es ihnen aus dem Herzen gekommen sei, wenn sie soeben ver- sprochen hätten:„Dem Vaterlande wir uns weihn“, und dass sie auch dereinst, wenn sie zu Männern herangewachsen seien, diesem Gelöbnis treu bleiben würden.
Die Ansprache klang aus in dem Hoch auf Seine Majestät den Kaiser; mit der Nationalhymne schloss die Feier.


