Aufsatz 
Schillers Wallenstein. Eine Vortragsprobe
Entstehung
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nes zugleich eine genaue, aus eigener Erfahrung geschöpfte Kenntniss des Terrains verbinde, die ihn in den Stand setze, den, den localen Sprachverhält- nissen angemessenen Lehrvorgang, sowie den richtigen Massstab zur Beurtheilung der in den Kampf mit den Unterrichtshindernissen eingesetzten Kraft und des Erfolges nicht erst lange suchen zu müssen; was denn auch sofort bei dem ersten Besuche, mit welchem er das Gymnasium vom 9. bis 21. Jänner be- ehrte, zur grossen Ermuthigung des Lehrkörpers und zum Frommen der Schule zu Tage trat.

Das Gymnasium hatte in diesem Jahre mehrere Erkrankungen im Lehr- körper zu beklagen.

Nach einer kürzern Krankheit im Dezember musste Prof. datti die beiden Monate April und Mai hindurch und neuerdings einige Zeit im August das Bett hüten, wodurch man, um den regelmässigen Gang des Unterrichtes nicht zu unterbrechen, genöthigt wurde das Geschichtsfach in allen Klassen ei- nige Zeit hindurch auf 2 Stunden in der Woche zu beschränken. Herr Dr. Valussi, welcher am 3. Juli erkrankte, konnte seit seiner Genesung mit Auflassung des Curses in der 5. und 6. Klasse nur mit Mühe die Vorträge in der 8. Klasse zu Ende führen, und Hr. Dr. Preiss, dessen Gesundheit schon längere Zeit sichtlich angegriffen war, erwirkte zur Herstellung dersel- ben seine Beurlaubung am 6. August.

Die durch mehrere Monate andauernde Hitze des heurigen Sommers, die sich in den überfüllten Lehrzimmern zu einer tropischen steigerte und die Gesundheit und Geistesfrische der Lehrenden und Lernenden benachtheiligte, lässt erwarten, dass der Wunsch, in Zukunft das Schuljahr mit Ende Juli abzu- schliessen, bei allen Freunden der Schule eine rege Befürwortung finden werde.

Der Tod entriss dem Gymnasium heuer einen sehr befähigten Schüler der 3. Klasse, Isidor Lorenz aus Monfalcone im 13. Jahre seines Alters, und mehrere der Schule nahe stehende und um dieselbe verdiente Persönlichkeiten, denen denn auch das Gymnasium die letzte Ehre erwies.

Den 10. Dezember starb der hochgeborne Herr Graf Jakob Mels-Col- loredo, Baron von Wallsee, Ritter des k. k. Franz Josephs- Ordens, k. k. Hauptmann in der Armee, emeritirter Bürgermeister und Municipalrath von Görz.

Den 18. August betrauerte das Gymnesium den Verlust seines hoch- geehrten erzbischöflichen Commissärs, des hochwürdigen Herra Anton Urdich, Domdechanten und apostolischen Protonotars, welcher im 70 Jahre seines le⸗ bens wiederholten Schlaganfällen erlag;

Den 19. August folgte der gleichfalls in allen Kreisen sehr geachtete Schul-Veteran, der pensiouirte Gymnasialprofessor Herr Joseph Budau den im vorigen Jahre vorangegangenen Collegen im 71. Lebensjahre.

3 Joseph Budau, geboren den 30. Jänner 1795 in St. Andrè bei Görz, begann seinen Schulbesuch im J. 1805 an der Normalschnle in Görz. Im J. 1810 stieg er in das Gymnasium auf, welches damals von den Pia-

risten versehen wurde. Im folgenden Jeahre wurde dos Piaristengymnasium aufgehoben und der französische Schulplan eingeführt, unter welchem Budau die erste Médaille mit der Inschrift: L'optime erhielt. Da unter der Fremd-