Aufsatz 
Schillers Wallenstein. Eine Vortragsprobe
Entstehung
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16 und schmerzvoll zum Himmel blickend empfängt er aus Gordons Händen mit einem Blick des Vorwurf's seine Erhebung in den Fürstenstand.

Der Kriegsrat von Questenberg erscheint als würdiger Vertreter der Interessen seines kaiserlichen Herrn, und weiss sich seines sehwierigen Auf- trages, selbst der keineswegs zarten Soldatesca gegenüher, mit grosser diplo- matischer Gewandtheit zu entledigen.

Den Irländer Buttler, der wahrscheinlich nur in der Hoffnung auf rei- che Belohnung den Herzog eigenmächtig ermordete, hat der Dichter zu ei- ner sehr interessanten Persöulichkeit zu gestalten gewusst. Vierzig Jahre lang war er den Weg der Ehre und der Pflicht gewandelt; im 60. Lebensjahre verlässt er diesen Pfad, um sich wegen einer, wie er meinte, vom Kaiser ihm zugefügten Ehrenkränkung zu rächen.Nicht Wankelsinn und schnellbewegtes Blut, noch leichte Ursach'sonst treibt den alten Mann vom lang gewohnten Ehrenpfade. Als er aber von Octavio erfährt, dass nicht der Kaiser, sondern Wallenstein es war, der ihm jene Kränkung zufügte, geräth er ausser sich vor Wut, und wird aus beleidigtem Ehrgeiz zum Mörder des Herzogs.

Den kalten und stolzen Sinn dieses finstern und verschlossenen Cha-

racters mögen folgende Verse beleuchten:

Ein jeder gibt den Wert sich selbst. Wie hoch ich Mich selbst anschlagen will, das steht bei mir.

So hoch gestellt ist keiner auf der Erde,

Dass ich mich selber neben ihm verachte.

Den Menschen macht sein Wille gross und klein,

Und weil ich meinem treu bin, muss er sterben.

Eine interessant gezeichnete Persönlichkeit ist der Kroaten-General Iso- lani. Der Hauptzug seines Characters ist ein Gemisch von Leichtsinn und Lie- derlichkeit, von Heiterkeit und Gutmütigkeit.

Ich bin ein lust' ger alter Knab'.

Dem IIlo erzählt er: Der Fürst

Will meine Creditoren contentiren,

Will selber mein Cassier sein künftighin, Zu einem ordentlichen Mann mich machen. Und das ist nun das dritte Mal, bedenk er!