Aufsatz 
Der Einfall Ernsts von Mansfeld in Hessen im Jahre 1622
Entstehung
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10. Was S. F. Gn. verſprechen, daß in deroſelben macht ſtehet, dabei ſoll es pleiben vor die andern armeen und guarnisonen aber guth zueſagen ſtehe nicht in S, F, Gn. vermögen, dan alles waß ſich zuetragen möchte, S. F. Gn. ſolliger geſtalt imputirt werden könte. pitten deroweegen S. F. Gn. deßwegen vor endſchuldigt zu halten..

11. S. F. Gn. ſönen einen ferner mit zueſchicken, auch die von den landſtänden begerte obligation be⸗ treffent, dauor wollen dieſelbe gebetten haben und daß es bei dieſer erclerung bleiben möge.

Signatum Geraw den 30. May Anno 1622.

V.

(H. A. II. Convol. 66. Fasz. III. Seite 53.) Brief Landgraf Ludwigsv. an den Erzbiſchof von Mainz.

Hochwürdigſter beſonders Lieber Herr freundt und Herr Vatter. E. Lbd. habe ich bishero ein tage ezliche nit ſchreiben können, wegen vorgefallener großen ungelegenheit und beſchwerung ſowohl mir alß meinen unterthanen, wie E. Lbd. ſonder Zweifel von andern wer⸗ den Vernommen haben, Pitt derowegen frdl. mich entſchuldigt zu halten und were Viel zu Lang dißmal E. Lbd. mit der relation des ganzen Verlaufs zu bemühen, doch künftig kann E. Lbd. von allem Zuſtand umbſtendig berichtet werden Ich muß dißmal viel, unſchuldig Leiden, hoffe aber zu Gott S. Allmacht werden mein Elendt wenden, und wie er es gebe alſo wider genommen, es auch hinwiderumb nach ſeinem gerechten willen gebenen kan. Sein GCöttlicher nahme ſeie gelobt in Ewigkeit, es gehe gleich zu wie es wölle, Sonſten ſolle E. Lbd. ich freundſöhnlich auch nit bergen daß nit allein mit einem von der Chur Pfalz ihren Obriſten, dem von Peblis ich geredt deßwegen wir zu Maintz mit deroſelben ich den Abſchiedt genommen ſondern auch mit Herrn Vettern Chur Pfalz ſelbſten, nemlich ob nitetwan von deroſelben ein ſchreiben an Chur Sachſen Lbd oder wie es derogefellig abgehen könte ſie eventualiter wan nemlich von der Kayß. Maj. ſie Vertröſtung der restitution wegen, haben könten ſie zur submission ſich erbotten hatten. Ich habe aber hiruf keine andere antwort kriegen, alß das nunmehr ſie mit einer anſehnlichen armee gefaſt und nit mehr in dem ſtand ſey, das man ſich submittiren oder depreciren könte zu deme da ein ſolch ſchreiben abgehen ſolte bliebe es nicht heimlich, ſondern kehme vor andere ihre Assistenten Die würden hernach dadurch feige gemacht, und von der Assistens deren ſie dan uf den nothfall ſich genugſam getröſteten und gefaſt zu ſein verhoffeten, abgeſchreckt, haben derowegen begehrt der deprecation gar nicht mehr zu gedenken, dan ſie es nit mit der Röm. Kayß. Maj. alß einem Römiſchen Kaißer ſondern als einem Erzherzogen zu Oeſter⸗ reich zu thun hetten, getrauweten auch was ſie vorgenommen genugſam zu behaubten, Es wardt aber gedacht weil mit dem von Mansfeldt durch den von Rollingen wegen der S. Inkanta tractiert worden, ob nit ein mittel were daß ſolche Handlung mit Chur Pfalz vorwißen forters continuirt würde, dann hir⸗ durch würde die soldadesca contentirt und aus dem Landt gebracht, daran dan daß Vornembſte eins theils hafften würde und dan Ch. Pfalz der restitution Verſichert, das Königreich Boheim bey ihren privi- legien und religion gelaßen, und weil die Pfalz ganz ruinirt zu dero Lands Unterhaltung ein etwas ergetzlichkeit dero widerfahren möge. Weil ich dan diße resolution bekommen, habe ich ſolche E. Lbd. in unßerm zuſammen habenden Vertrauwen frdl andeuten und daneben Pitten wöllen ob ihre gefellig dißen Vorſchlägen ein etwas nach zudenkhen und wie mir ſonſten E. Lbd. beſtendige Zuneigung zu erlangung des Friedens im H. Reich ohne das genugſam bekandt, alſo wollen ſie auch an ihrem vornehmen ort mit allem Vleiß dahin Helfen und trachten, das wir baldt zu einem beſtendigen allgemeinen ſichern friden im Reich gelangen mögen, damit das große Landverderben ſo mich warlich ſehr betroffen, und noch continuirt nicht weiter umb ſich freße und mehr andere auch ergreiffe, Ich will doch gleichwohl auch darbey hoffen, es ſollen vielleicht ſich noch ſolche mittel finden, das mit respect der Kayß. Maj. ſolcher friedens⸗ ſchluß erlangt werden möge, Welches E. Lbd ich hirmit alſo frdl. andeuten wollen, dieſelben damit Gött⸗ licher protection und mich ihro zu allen frd. ſönhlichen Dinſten befehlendt. Datum Geraw den 30. May

1622 . E. Lbd. getreuwer freundt und dienſtwilliger Sohn bis in den Thodt Ludwig Landgraf zu Heſſen.