Aufsatz 
Der Einfall Ernsts von Mansfeld in Hessen im Jahre 1622
Entstehung
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Neutſch........ 548 Reichstaler Frankenhauſen......... 1378 Rohrbach.......... 741, Asbach........ 334

Amt Lichtenberg 31 822 Reichstaler

Zuſammenfaſſung.

Amt Darmſtadt 420 708 Reichstaler

Amt Dornberg... 4.. 3.. 208 870 Amt Dreieich........... 66 368 Amt Rüſſelsheim......... 142 874 Amt Jägersburg........ 46 864 Amt Zwingenberg........ 180 768 Amt Lichtenberg......... 31 822

998 274 Reichstaler

Am ſchwerſten hatten offenſichtlich die Plätze in der Nähe des Beſſunger Lagers gelitten, wo die Maſſe des pfälziſchen Fußvolks ſich tagelang plündernd umhertrieb und ungeheuren Sach⸗ und Brandſchaden verurſachte. Die Dörfer des Rieds, die den Aem⸗ tern Dornberg und Rüſſelsheim angehörten, hatten beſonders über den Verluſt ihres überreichen Viehbeſtandes zu klagen. Hatten doch die mansfeldſchen Reiter aus den 13 Gemeinden des Amtes Rüſſelsheim 1136 Pferde und 1003 Rinder geraubt. Dazu kommt, daß ihre ganze Getreide⸗ und Futtervorräte auf Wagen nach Mannheim und Frankental abgefahren wurden. Zwar ſtand die neue Ernte vor der Tür, doch ſah man den Ernte⸗ arbeiten wegen des fehlenden Viehſtandes ratlos entgegen. Der Verluſt der Pferde wurde von den Bewohnern, ſoweit ſie nicht Haus und Hof ganz eingebüßt hatten, am ſchwerſten empfunden. Man beneidete die Dörfer des Amtes Dreieich, die wenigſtens ihre Rinder wieder teilweiſe zurückkaufen konnten und ſogar eine Stundung des Geldes zu erzielen vermochten.**) Glimpflicher kamen die nur beim Durchmarſch berührten Ortſchaften in den Aemtern Zwingenberg und Jägersburg weg, ja die an der Bergſtraße liegenden Dörfer der Grafſchaft Erbach, Seeheim, Jugenheim und Bickenbach ſcheinen von den Pfälzern ſogar mit beſonderer Schonung behandelt worden zu ſein,**) um dann aber von den Liga⸗ truppen deſto mehr heimgeſucht zu werden.*) Weniger litten auch die abſeits liegenden heſſiſchen Odenwalddörfer des Amtes Lichtenberg. Immerhin verloren ſie durch ſtrei⸗ fende Reitertrupps und plündernde pfälziſche Einwohner, die bei Lindenfels über die Grenze kamen, 226 Pferde, 519 Kühe, 188 Kälber, 31 Ziegen und 515 Schweine, Verluſte, die dieſe armen Gebirgsdörfer doch ſchwer empfanden..

Teilweiſe hatte die Ausplünderung der Landgrafſchaft ihren Grund darin, daß die Armee auf Nachſchub aus der Pfalz nicht rechnen konnte. Sie hatte vielmehr Befehl, dieſes ausgeſogene Land durch größere Requiſitionen zu unterſtützen und insbeſondere die feſten Plätze neu zu verproviantieren. Dazu kam, daß die Soldaten ſeit mehreren Mo⸗ naten über Soldrückſtände zu klagen hatten. Sie waren deshalb nicht nur gezwungen, ihren Lebensunterhalt durch eigene Beitreibung zu beſtreiten, ſondern ſie hielten ſich ſogar für berechtigt, ihre Bargeldforderungen in der vom Kriege bisher noch nicht berührten Landgrafſchaft einzutreiben. Andererſeits fehlte unter dieſen Umſtänden den Offizieren jegliche Autorität, den Ausſchreitungen entgegenzutreten, die naturgemäß damit verbun⸗ den waren.*) Die pfälziſche Heeresleitung ſah dem Treiben der Truppen vielmehr ruhig

²⁰) Frankfurter Stadtarchiv Abt. Krieg und Frieden 1622. Convol. 6. Seite 59. Verhandlungen mit dem Rat der Stadt wegen des Viehrückkaufs und Stundung der Kaufſumme.

³1) Buchs Chronik. Seite 346. Die erbachiſchen Dörfer an der Bergſtraße ſtehen überall im Verdacht gut mansfeldiſch geſinnt zu ſein. 4 1

8. A. II. Convol. 65. II. Seite 31. Die Flecken und Dörfer der Bergſtraße exceptis paucis Erbachicis werden geplündert,....

²³) St. A. VIII. Convol. 24. Seite 196. Darnach iſt Herzog Friedrich von Sachſen Weimar den Plünderern der Kirche von Groß⸗Gerau nur zum Scheine entgegengetreten..