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die erst unter Karl VII. an Frankreich zurückfielen. Sein Sohn Louis XI. vereinigte nach dem Tode Karl's des Kühnen 1477 das eigentliche Herzogthum Burgund(Bourgogne) mit Frankreich, erbte von dem letzten Grafen von Anjou durch Testament die Provence, eroberte 1481 das Boulonnais und vereinigte die Picardie mit Frankreich. Unter seinem Sohne Karl VIII. starb der Mannesstamm der Herzöge von Bretagne aus, und diese kam durch die Heirath Franz I. an die Krone. Nachdem während der Hugenottenkriege Stillstand in der Weiter- entwickelung und Vergrösserung des Staates eingetreten war, kamen unter Heinrich II. die lothringischen Bisthümer Metz, Toul und Verdun hinzu und unter Heinrich IV. der auf der französischen Seite der Pyrenäen gelegene Rest von Navarra(den andern Theil hatten die Spanier 1512 erobert) mit Béarn und Foix. Der Herzog von Savoyen musste 1601 die Landschaften Bresse und Bugey abtreten, und 1640 unter Louis XIII. wurde die Grafschaft Artois gewonnen(bestätigt durch den Utrechter Frieden), sowie 1641 die Cerdagne und Roussillon. Dazu kam unter Louis XIV. Charolais durch seine Vermählung mit der Infantin Maria Theresia von Spanien; ferner wurde Dombes und Nivernais mit der Krone vereinigt, der Elsass genommen, das s. g. französische Flandern den Spaniern entrissen, 1668 und 1674 die Franche-Comté erobert und schliesslich durch die Wiener Präliminarien 1735 Lothringen gewonnen. Die Insel Corsica kam 1769 von Genua hinzu, sowie einige Grenztheile von Savoyen, das in seinem ganzen Umfange mit dem westlichen Theile der Grafschaft Nizza bekanntlich 1860 dem französischen Kaiserreiche einverleibt wurde.
Gehen wir nunmehr zur Betrachtung der einzelnen Provinzen und ihrer Bevölkerung über, und beginnen wir mit der Bretagne.
Bretagne.
Die Bretonen gehören zwar ihrer Sprache nach dem gallo-kymrischen Stamme an, verrathen jedoch durch ihren Körperbau ihre Vermischung mit Basken, die sich in der Bretagne niedergelassen und mit den später eingewanderten Galliern vermischt hatten. Sie haben durchgehends runde Schädel und eine knochige, ziemlich entwickelte Stirn, während sich die Gesichter verschieden gestalten, bald langgezogen, bald abgerundet. Augen und Haare sind schwarz, die Nase ist gerade und der Mund von mittlerer Grösse. Auch die vom Braunen bis zum Hellgelben wechselnde Hautfarbe verdanken die Bretonen ebenso wie ihre kurze, gedrungene Gestalt ihren baskischen Vorfahren.
Was ihren Charakter betrifft, so bilden sie auch hier einen schroffen Gegensatz gegen die latinisirten Franzosen. Jeder Neuerung abhold und wenig von der Neugierde geplagt, schliessen sie sich eigensinnig gegen aussen ab und besitzen eine grosse Anhänglichkeit an ihre Heimath. Dabei haben sie eine bedeutende Einbildungskraft, die einerseits einen starken Aberglauben hervorgerufen, andererseits aber auch viel zur Schöpfung origineller Poesieen beigetragen hat, welche einen naiven, sanften und melancholischen Zug verrathen. Du Guesclin, Abailard, Descartes und Châteaubriand sind die würdigen Ver- treter dieses Volkes, lebendige Beispiele seiner Beständigkeit und Treue, seines Stolzes und seiner Unabhängigkeitsliebe.


