haben, sei hier nur eine Bestimmung daraus angeführt:§ 4. „Er(der Schüler) soll ohne Vorwissen und ausdrückliche Ge- nehmigung. des Tutors kein Geld führen(1), nichts auf Rech- nung nehmen noch etwas durch Kauf, Tausch u. s. w. an sich bringen oder veräußern.“ Man denke sich die Wirkung einer solchen Vorschrift auf den Amerikaner: er wird einen merk- würdigen Begriff von dem eigentlichen Zweck dieser deutschen Schule bekommen. Schule heißt Vorbereitung fürs Leben, aber solche Gesetze, wenn sie wirklich gehandhabt werden, können doch nur eine geradezu klösterliche Abwendung vom Leben erzielen; werden sie aber nicht mehr befolgt— wozu stehen sie dann noch da?
Doch genug hiervon! Solche kleine Schwächen taten, das sei hier nochmals ausdrücklich hervorgehoben, der Gesamt- wirkung der deutschen Schulausstellung keinen Eintrag, die als Ganzes mit Recht einen Ehrenplatz einnahm. Dasselbe läßt sich nun freilich nicht von jeder der andern fremden Schulausstel- lungen sagen; insbesondere enttäuschte den kritischen Besucher die französische gar sehr, namentlich wenn man sich etwa ver- leiten ließ, von dem prunkvoll aufgeputzten Außeren auf den inneren Wert zu schließen. Wies schon die franzôsische Schul- ausstellung zu Paris im Jahre 1900 allerhand Merkwürdigkeiten auf, die den kundigen Beobachter stutzig machen mußten, so war die von 1904 ganz entschieden ein Rückschritt dagegen, und dazu befand sich noch das Wenige, was überhaupt zu sehen war, in einem so vernachlässigten Zustande, daß man sich ordentlich scheute, eins der bestaubten Bücher anzufassen. England und Italien hatten wieder, wie schon im Jahre 1900, im wesentlichen nur die Zweige, in denen sie Hervorragendes leisten, ausgestellt: England vor allem seine technischen Fach- schulen und Italien seine Kunstgewerbeschulen. Dagegen bot 2. B. das berühmte Eton College bezeichnenderweise nur einige Photographien von den Schulspielplätzen und den Sports, aber nichts, was an den eigentlichen Schulbetrieb erinnert hätte. Japan prangte vor allem mit statistischen Tafeln, die das geradezu verblüffende Anwachsen der Schulbildung unter der Bevölkerung darlegten. Am besten gefiel mir noch von den ausländischen Ausstellungen die schwedische, die auf sehr kleinem Raum, aber in äußerst gediegener Auswahl das vorzüglich organisierte Schulwesen dieses ruhigen, fleißigen Völkchens veranschaulichte, wobei natürlich die Knabenhandarbeit besonders vorteilhaft auffiel.
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