Aufsatz 
Beitrag zur Theorie der Verteilung der Elektrizität auf zwei leitende Kugeln
Entstehung
Einzelbild herunterladen

63

VIII. Mitteilung an die Schüler und an deren Eltern.

1.

Die Gefahren, die durch die überhandnehmende Schundliteratur der Jugend und damit der Zukunft des ganzen Volkes drohen, sind in den letzten Jahren immer mehr zutage getreten. Neuerdings hat sich wieder mehrfach gezeigt, dass durch die Abenteurer-, Gauner- und Schmutzgeschichten, wie sie namentlich auch in einzelnen illustrierten Zeitschriften verbreitet werden, die Phantasie verdorben und das sittliche Empfinden und Wollen derart verwirrt worden ist, dass sich die jugendlichen Leser zu schlechten und selbst gerichtlich strafbaren Handlungen haben hinreissen lassen. Die Schule hat es auch bisher nicht daran fehlen lassen, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dieses Übel zu bekämpfen und alles zu tun, um bei den Schülern und Schülerinnen das rechte Verständnis für gute Literatur, Freude an ihren Werken zu wecken und dadurch die sittliche Festigung in Gedanken, Worten und Taten herbeizuführen. In fast allen Schulen finden sich reichhaltige Büchereien, die von den Schülern und Schülerinnen kostenlos benutzt werden können. Aber die Schule ist machtlos, wenn sie von dem Elternhause nicht ausreichend unterstützt wird. Nur wenn die Eltern in klarer Erkenntnis der ihren Kindern drohenden Gefahren und im Bewusstsein ihrer Verant- wortung die Lesestoffe ihrer Kinder einschliesslich der Tagespresse sorgsam überwachen, das versteckte Wandern hässlicher Schriften von Hand zu Hand verhindern, das Betreten aller Buch- und Schreibwarenhandlungen, in denen Erzeugnisse der Schundliteratur feilgeboten werden, streng verbieten und selbst überall gegen Erscheinungen dieser Art vorbildlich und tatkräftig Stellung nehmen, nur dann ist Hoffnung vorhanden, dass dem bbel gesteuert werden kann. Bei der Auswahl guter und wertvoller Bücher wird die Schule den Eltern wie auch den Schülern und Schülerinnen selbst mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen diejenigen Bücher angeben, die sich für die Altersstufe und für ihre geistige Entwickelung eignen. Zu diesem Zweck werden es sich die Lehrer und Lehrerinnen gern angelegen sein lassen, sich über die in Betracht kommende Jugendliteratur fortlaufend zu unterrichten. Das in dem Weidmann'schen Verlage zu Berlin erschienene Buch des Direktors Dr. F. JohannessonWas sollen unsere Jungen lesen? wird den Schülern und auch den Schülerinnen wie deren Eltern als zuverlässiger Wegweiser dabei dienen können.

2

.

Die Eltern der jungen Mädchen, die die wissenschaftlichen Klassen eines Oberlyzeums besuchen, seien auch dieses Jahr auf die mit, Genehmigung des Königl. Provinzial-Schul- kollegiums eingerichteten Ausbildungskurse aufmerksam gemacht, die bestimmt sind, die religiöse Bildung unserer jungen Mädchen zu vertiefen und ihnen zugleich Gelegenheit zu geben, sich als Religionslehrerinnen auszubilden. Es sei ausdrücklich bemerkt, dass die Teilnahme an diesen Kursen von der Teilnahme an jedem andern Religionsunterricht, der in irgend einer städtischen Schule eingerichtet ist, befreit, und dass uns durch Ministerial- erlass das Recht zugestanden ist, solchen Teilnehmerinnen, die die allgemeine Lehrerinnen- prüfung abgelegt haben, nach vorherigem Examen ein Zeugnis als Religionslehrerinnen auszustellen, das auch von der Stadt anerkannt wird. Zur Teilnahme an diesen Kursen sind nach Beschluss des Schulrats auch solche Schülerinnen befugt, die nach erfolgreichem Besuch der ersten Klasse unsre Schule verlassen haben, um einen Bildungsgang einzuschlagen, den wir ihnen nicht bieten können.