Aufsatz 
Zur Geschichte der Stadt und Herrschaft Limburg a. d. Lahn : 4. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

22

Gerlachs II., Schwester Adelheid, Landgräfin von Hessen), gewesen sein heisst es in der Limburger Chronik):der was der weidelichste dore, den man under allen herren finden mochte, der was bi dem herzogen von Beigern palzgreben bi Rine, der hilt in herlichen bit in sinen Dot. Er scheint danach also wohl ein sogenannter lustiger Rat an dem ihm nahe verwandten(S. oben unter 11) bairisch-pfalzgräflichen Hofe, keineswegs aber blödsinnig, wie ihn Wenck, Reck, Simon und die Isenburgische Stammtafel nennen, gewesen zu sein.

8) S. Romme!l, II, S§. 122 ff.*) S. 42.

2 9 e 8

EXcurs.

Zum Teilungsvertrag Heinrichs 1I. u. Gerlachs I. v. Limburg vom J. 1258. In dem. Vertrag vom 22. Mai 1258, dessen Inhalt Simon II, S. 125 mitteilt, dessen Wortlaut im Nass. Urkundenbuch I 3, Anhang S. 6, mannigfach berichtigt, auch im Vergleich zu dem desselben Werks I 2, S. 408, abgedruckt ist, findet sich statt des rätselhaften Vodenau, wo Heinrich II. Güter erhalten soll, für deren dem Herrn von Limburg zukommenden Teil der Sohn Heinrichs II., Ludwig von Isenburg-Büdingen, als Erbe von seines Vaters Anteil an Cleberg den Oheim Gerlach in Cleberg oder Ortenberg entschädigen werde, jetzt Udendarre. Aber auch dieses, welches Oesterley im Historich-geographischen Wörterbuch des deutschen Mittelalters, 1883, S. 701 als in einer aus dem J. 1165 stammenden Zusammenstellung des Besitzes und der Terminations- orte der Benediktiner zu Deutz(Archiv für die Geschichte des Niederrheins, V, 2, 1866, S. 290) genannt aufführt, ist dort als unbekannt bezeichnet und hat Schwierigkeiten gemacht. Nun kommt aber Odendare in Lacomblet's Niederrhein. Urkundenbuche, III, 1853, S. 545 zwischen Beinsbure und Pafroyde(Bensberg und Paffrath, Kreis Mülheim am Rhein) stehend in einer Bewittmung der Gemahlin Graf Wilhelms von Berg vom J. 1363 vor. Es wird also dort das unweit von diesen Orten liegende Odendahl- sein, ebenso wohl auch in dem Deutzer Verzeichnisse, in welchem Benesbure(Bensberg) wiederkehrt und ausserdem OQuerrodhe, wohl Overath, Kreis Mülheim a. Rh., und andere Orte benachbarter Kreise vorkommen. Lacomblet bezeichnet auch II, S. 345 im Regest zu einer Urkunde von 1268 das hierin vorkommende Udendare mit Odindahl, verweist überhaupt im Register dieses Bandes bei Udendarre auch II, S. 265 findet sich- Udendarre in einer Bergischen Urkunde auf Odendahl. Und so kann denn gewiss auch das Udendarre der Isenburgischen Teilungsurkunde von 1258 auf dasselbe Oden- dahl gedeutet werden, das, für Gerlach von Limburg zu abgelegen, sich leicht mit den Rheinischen Besitzungen Heinrichs II., leichter vielleicht noch, da Heinrich II. das Hostadensche Erbe von seiner Gemahlin schon 1246 verkauft hatte(Cardauns, Konrad von Hostaden, S. 64), mit denen seines Sohnes Gerlach von Arenfels vereinigen liess.

6X 3