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3. Uebersicht über die während des abgelaufenen Schuljahres absolvierten Pensen.
Prima. Ordinarius: Direktor Dr. Peters.
Religionslehre: a katholische: Von der na- türlichen Gotteserkenntnis, von der Offeubarung im allg. und der vorchristlichen im besonderen; die all- gemeine und die besondere Sittenlehre; Kirchenge- schichte des christlichen Altertums.— Wiederholung der früheren Pensa. Lehrbuch von Dreher.
Gelesen wurden im Urtexte die zehn ersten Ka- pitel des Evangeliums von St. Lucas. 2 St
Dr. Bertram.
b. evangelische: Das Leben und die Schriften des Apostels Paulus; Lektüre des Römerbriefs und des Briefes an die Epheser im Grundtext. Die Grund- lehren der Dogmatik. Repetitionen aus der neueren
Kirchengeschichte und der Bibellehre. Lektüre einiger Schriften Luthers. 2 St. Dr. Orth.
Deutsch: a. Litteraturgeschichte bis 1522. b. Lek- türe einer grossen Anzahl von Abenteuern des Nibe- lungenlieds; des armen Heinrich von Hartmann, der politischen Lieder Walthers, des Laokoon von Les- sing(Auswahl); Schillers Wallenstein. b. Einzelne Abschnitte aus der Logik und empirischen Psycho- logie. Dispositicnsübungen, Vorträge und Beurtei- lung der Aufsätze. Privatlektüre: Lessings Nathan und Goethe's Selbstbiographie. 3 St. Bosing.
Themata für die Aufsatze: 1. Es liebt die Welt, das Strahlende zu schwärzen u. s. w. 2. Schiller's Balladen nach ihren sittlichen Ideen gruppiert. 3. Warum konnte die griechische Plastik den Laokoon nicht schreiend darstellen? 4. Wie verfiel Recha in Engel- schwärmerei? 5. Siegfried und Achill. 6. Disposirion und Inhalt des Prologs zu Schiller's Wallenstein. 7. Ein mächtiger Vermittler ist der Tod. 8. Auf welchen Erinnerungen beruht das Selbstgefühl der deutschen Nation?(Klassenaufsatz). 9. Wodurch hat Schiller Wallenstein unserm Herzen menschlich näher gebracht? 10. Bedeutung der Erfindung der Buchdruckerkunst.
Thema für die Entlassungs-Prufung: Auf wel- chen Erinnerungen beruht das Selbstgefühl der deut- schen Nation?
Latein: a. Hor. carm. I. und II. Epoden, Satiren und Episteln. Mehrere Oden wurden auswendig gelernt. 2 St. Dr. Braun.
b. Cic de offic. I.— Cic. Tuscul. disp. V. 3 St. c. Syntax: Wiederholungen aus den Lehren von den Temp., Modis und dem Infin., nach Meiring. 1 St. Mündliches Uebersetzen ins Lat., nach Süpffe's 3. T. 1 St.— Wöchentliche Exercitien resp. Extemporalien nach Diktaten, Beurteilung der monatlichen Auf- sätze 1 St. Der Direktor.
Themata fur die Aufsatze: 1. Jis bellis, quibus libertas omnisque reipublicae salus agatur, populos ad summam virtutem excitari. 2. Themistoclem et de futuris prudentissime coniecisse et de instantibus rec- tissime iudicasse. 3. Sextum Iliadis librum recte
Ausgewählte
b V V V
dictum esse pulcherrimum. 4. Quae sunt in Iliadis libris V. VI, VII comparationes explicentur. 5. Cur Demosthenes cives suos excitare non potuerit, ut hosti toti Graeciae imminenti tempore atque omni ope resisterent. 6. Decertandi in Africa consilium Romanis primo bello Punico funestum, secundo fuisse properum. 7. Dies Marathonius et Chaeroneensis inter se comparentur. 8. Fabios in summo rerum discrimine non semel reipublicae Romanae defensores exstitisse. 9. Quae prudentiae exempla edidisse Ulixem traditum sit.(Probeaufsatz) 10. Exponatur argumentum Iliadis libri XVI.
Thema für die Entlassungsprufung: Praecipuae antiquorum Romanorum virtufes exemplis illustrentur.
Griechisch: a Hom. II. V-VIII, priv. XV und XVI. Einleitung zum griechischen Drama. Soph. Oed. tyr. 2 St. b. Uebersicht über die Entwickelung der griech. Philosophie, Plat. Apol.— Dem. orat. Olynth. I-III. 3 St. c. Syntax: Lehre von d. Temp. u. Modis, nach Curtius. Zweiwöchentliche Exercitien(nach Caes. de b. g.) 1 St. Der Direktor.
Franzosisch: a. Wiederholung ausgewählter Abschnitte aus der Syntax. Synonymik und Berück- sichtigung der Etymologie. Dreiwöchentliche Exer- citien aus Probst, Uebungsbuch für obere Klassen, oder Klassenarbeiten. 1 St. b. Lektüre ausgewählter Reden Mirabeau's, im Anschluss an dieselben Uebungen im freien mündlichen Gebrauche der Sprache. 1 St.
Dr. Orth.
Hebraisch: Wiederholungen aus der Formen- lehre; schwaches Verb; das Wichtigste aus der Syntax.
Gelesen wurden ausgewählte Abschnitte aus Seffer. 2 St. Dr. Bertram.
Geschichte und Geographie: Mlittlere, haupt- sächlich deutsche und preussische Geschichte mit Berücksichtigung der Geographie. Wiederholungen aus den anderen Teilen dér Geschichte, sowie aus der Geographie. Lehrbuch Pütz. 3 St.
Hillebrand.
Mathematik: a. Arithmetik: Arithmetische und geometrische Reihen, Zinseszins- und Renten- rechnung, figurierteZahlen, Kombinatorik, binomischer Lehrsatz. Uebungsaufgaben hierzu, sowie zu den Gleichungen zweiten Grades.(Koppe's Arithmetik, Heis' Aufgaben).
b. Geometrie: Stereometrie, stereometrische, trigonometrische und planimetrische Uebungsauf- gaben.(Koppe's Stereometrie und Planimetrie) 2 St.
Schenck.
Aufgaben für die schriftliche Entlassungsprufung: 1. Durch Addition der Zahlen 5, 6, 9 und 15 zu vier eine arithmetische Reihe bildenden Zahlen erhält man eine geometrische Reihe. Wie heissen die beiden Reihen?
Die Entfernungen dreier nicht in einer geraden Linie liegender Punkte A, B und C seien ge- messen. Ein vierter Punkt D liege auf der Ver- längerung von AB über B hinaus. Von diesem


