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gionen nördlich der Isenach Borbetomagus(Worms). Die Trilogie dieser Volks- namen kehrt in den Werken des Tacitus öfters wieder.-— Vangionen wohnten auch nach Ptolemäus rechts des Rheines. Vielleicht bedeutet V. V. in einer bei Dieburg gefundenen Weiheinschrift Vicani Vangiones,
Diese drei Civitates der Triboker, Nemeter und Vangionen gehörten an- fangs zu Gallia Belgica, später aber zu der von Belgica getrennten Provinz Germania superior. Drusus legte(12—9 v. Chr.) 50 Kastelle längs des Rheines an. Es entstanden so die römischen Lagerstädte an diesem Strome, den bald auch eine Flotille(classis Germanica) befuhr. An die Lagerstädte schlossen sich bürgerliche Niederlassungen(coloniae) mitSchenk- und Verkaufshallen(cannabae) an. Diese erhielten später eine Gemeindeordnung; an der Spitze der Gemeinden standen 2 Beamte(duumviri) und ein Ratskollegium(decuriones). Die Niederlassungen auf dem offenen Lande hießen vici, ihre Bewohner vicani. Die Germanen am Rhein nahmen mit den gallischen Überresten der Bevölkerung bald die Sitten und die Einrichtungen wie die Sprache der Eroberer an; an die kel- tische Bevölkerung erinnerten nur noch die Städtenamen Noviomagus, Borbetomagus usw., neben welchen bald die Bezeichnungen civitas bezw. colonia Nemetum, Vangionum, später bloß Nemetes, Vangiones vorkommen. In Straßburg, Mainz, Köln und Xanten lagen die Legionen zum Schutze der Rheingrenze. Als Ober- und Untergermanien von Belgica getrennt wurden, ent- standen ein oberrheinisches und niederrheinisches Heer mit je vier Legionen; Mainz und Köln wurden Hauptquartiere. Von den Legionen werden bei uns genannt: Legio I. Adiutrix, L. Il. Augusta, L. IV. Macedönica, L. VIl. Gemina, L. VII. Augusta, L. XII. Gemina, L. XIV. Martia Victrix, L. XVI Gallica, L. XXI. Rapax und L. XXI. Primigenia. Die Auxiliartruppen zerfielen in cohortes und numeri, die Reiterei in alae. Durch die Eroberung des Landes zwischen Rhein und Neckar(Agri Decumates) und die Errichtung eines Grenzwalles mit starken Kastellen(Limes Germanicus) wurden die militärischen Besatzungen um 83 n. Chr, aus unseren Städten dorthin verlegt. In Mainz aber blieb das Hauptquartier des Obergermanischen Heeres und der Standort mehrerer Legionen. Erst nach Aufgabe des Zehntlandes(seit 260) hören wir wieder von römischen Besatzungen, wie der Milites Pacenses zu Saletio(Selz), der Menapii zu Tabernae(Rheinzabern), der Andereciani im Vicus Julius(Germersheim), der Vindices in Nemetis(Speyer), der Martenses in Altrip(Alta Ripa) und der 2. Flavischen Legion in Vangiones (Worms), alle unter dem Dux Magunciacensis(um 400).
In der letzten Zeit des römischen Reiches(406—476) wurde Obergermanien wiederholt von germanischen Scharen überflutet, so 406/7 von den Alanen, Sueven, Vandalen und Burgundern— letztere hatten sich sogar auf kurze Zeit (413—437) ein Reich am Rhein mit Worms als Hauptstadt gegründet—, 451 von den Hunnen, endlich von den Alemannen, die das Land bis 496 in festem Besitz hatten. Als bedeutende Orte an unserem Rheine nennt der Geograph von Ravenna um 680 n. Chr. nur Alta ripa, Sphira(Speyer) und Porca(Pfortz).


