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wurden die Schulgesetze vorgelesen und die neu aufgenommenen Schüler eingeführt; hierauf aber den Rlassenordinarien in den respekliven Rlassen die mit der Unterschrift der Eltern ver- sehenen Zeugnisse von den Schülern wieder zur Ansicht vorgelegt. Der Sommerlehrgang erlitt keine weitere Unterbrechung, als die, welche die Pfingstfeiertage(vom 3. bis zum 7. Juni exel.) und die Sommerferien(vom 2. bis zum 25. Juli) veranlassten.
Am 20. August fand die Geburtstagsfeier Sr. Hoheit des Rurprinzen und Mitregenten statt. Nach Auffährung eines Festgesanges, unter Leitung des Cantors Weikert, wiess Dr. Münscher in einer Rede auf die Wichtigkeit des Tages hin und erneuerte das Andenken an Philipp Ludwig II., Grafen von Hanan, den Ahnherrn der Hessischen Fürsten durch seine Tochter Amalie Elisabeth.
Die Feier des heiligen Abendmahles begingen Lehrer und Schüler gemeinsam am 27. Au- gust. Am Tage vorher hatte der Gymnasiallehrer Dommerich durch eine geeiguete Rede im Gymnasio dazu vorbereitet.
Zum Maturitätsexamen hatten sich 5 Primaner gemeldet. Weil kein gesetzliches Hinder- niss entgegen war, wurden sie vom 14. bis 21. August zur schriftlichen, am 7, 8 und 9. Sep- tember zur mündlichen Prüfung zugelassen, und 4 derselben in Folge bewiesener hinreichender Kenntnisse mit Maturitätszeugnissen versehen, Wilhelm Walther jedoch nur in Gemässheit Rescriptes Kurfürstl. Ministeriums des Iunern vom 20. September, die ausnahmsweise Anerken- nung der Reife desselben betreffend.— Mit Genehmigung Rurfürstl. Ministeriums des Innern (Reseript vom 23. Februar 1845) hatte sich auch der zu seiner Ausbildung in Marburg inseri- birte Friedrich Doerinckel aus Wiera der Maturitätsprüfung unterzogen, ohne jedoch das ge- wünschte Ziel zu erreichen.— Am 25. und 26. September wurden die nicht öffentlichen Rlassenprüfungen gehalten; am 27. September wurden die zur Universität Abgehenden, in deren Namen Emil Müller in einer Rede„de Arminio, Germaniae liberatore,“ und Heinrich Wachs in einer deutschen Rede Abschied genommen, vom Director nach einigen Worten„über den ernsten Zweck des academischen Lebens“ feierlich entlassen.
Nachdem hierauf die Versetzung bekannt gemacht und die halbjährigen Zeugnisse ausgetheilt waren, wurden die Schüler in die Herbstferien entlassen.
Der Winterlehrgang nahm am 16. October auf gewöhnliche Weise seinen Anfang; denn mit Einführung der neu aufgenommenen Schüler und mit Einschärfung der Schulgesetze verband der Director einige Worte der Ermahnung in der„Darstellung der Freuden, welche dem Fleissigen zu. Theil werden.“
Im Laufe des ersten Vierteljahres hatte das Gymnasium den Verlust eines hoffnungsvollen, wohlgesitteten Schülers zu betrauern; denn Emil Carl Ferdinand Joseph Rlein, geb. den 25. Februar 1828 zu Weilburg, starb in Folge eines hefligen Nervenfiebers am 16. December und ward am 18. December von sämmtlichen Lehrern und Schülern zur Ruhestätte begleitet, wo der Director dem Frühvollendeten die letzten Abschiedsworte nachrief, und sein Andenken zu ehren suchte durch den Ausdruck der allgemeinen Theilnahme.
Wegen des Christfestes wurden die Schulen vom 25. December des zu Ende gehenden Jahres bis zum 5. Januar 1844 geschlossen.
Zur Maturitätsprüfung meldeten sich 4 Primaner, Carl Grimm, Emil Henning, Friedrich Spangenberg aus Hanau und Carl v. Witzleben aus Marburg, welche den zweijährigen Cursus zu beendigen im Begriffe sind, und, mit Genehmigung Eines hohen Ministeriums, Georg Fen- nel aus Leimsfeld bei Ziegenhain. Die schriftliche Prüfung ward auf die Zeit vom 12.— 18. Februar, die mündliche dagegen auf den 7., 8., 9. März festgesetzt....;
Rurz vor dem Schluss des Wintersemesters(am 10. März) starb der Quintaner Friedrich
:.. 8; 11 ü. Das Gymnasium Zimmermann, ein stiller und fleissiger Schüler, an einer Hirnentzündung— 6


