Der Bau des neuen Königlichen Wilhelms-Gymnasiums wurde im Mai 1883 begonnen und im März 1886 vollendet. Die Baukosten betrugen rund 350 000 Mark. Den Grund und Boden hatte die Stadt Cassel zur Verfügung gestellt, die aufserdem noch die Ver- pflichtung übernommen hat, jährlich 10 000 Mark zum Etat der Anstalt beizutragen. Der Entwurf zu dem Neubau wurde nach einer im Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin aufgestellten Skizze von dem Regierungs- und Baurat Neumann und dem Baurat Schuchard zu Cassel unter Mitwirkung des Regierungsbaumeisters Glasewald und des Regierungsbauführers Bonacker ausgearbeitet und der Bau auch unter Leitung dieser Beamten ausgeführt. Die sämtlichen Maurer- und Steinhauerarbeiten wurden von der Firma Rofsteuscher& Sohn bewirkt, die umfangreichen Malerarbeiten von dem hiesigen Dekorationsmaler Gengnagel. Die übrigen Arbeiten, wie die der Zimmerer, Schreiner, Schlosser, Glaser, Dachdecker, wurden zum gröſsten Teil an hiesige, teils auch an aus- wärtige Unternehmer vergeben.
Das architektonisch schöne Gebäude liegt auf der Höhe des Weinbergs, von der Humboldt- und Grimmstraſse begrenzt und von beiden durch Eisengitter und Grasanlagen getrennt. Das Terrain, auf welchem dasselbe erbaut ist, ist von dem städtischen sog. Weinbergspark abgetrennt worden und liegt etwa 52 m über der kaum 0,8 km davon ent- fernten Fulda. Der vom Gymnasium mit der Turnhalle, der Abortanlage und dem geräumigen, mit Bäumen bepflanzten Spielhof bedeckte Flächenraum beträgt ca. 6000 qm, fast ¼ der ganzen Parkfläche. Bis jetzt kommt das Gebäude in seiner architektonischen Wirkung nicht ganz zur Geltung. Da es im schrägen Winkel(45) zur Königsstraſsenaxe steht,


