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Aussicht genommenen Eröffnung der neuen Anstalt nicht fehle. Nachdem sich nun aber bis zum Schlusse des Sommersemesters mit Gewissheit herausgestellt hatte, dass die Eröffnung der zu gründenden Realschule erster Ordnung frühestens zu Ostern 1869 stattfinden könne, kam Vogt auf seinen Reiseplan, den er zu einem gründlichen Studium der französischen Sprache für unbedingt nothwendig hielt, zurück, und bat unter dem 26. September mit Rücksicht darauf, dass seine Stellung an unserer Schule ohnehin wegen der ihm zugedachten neuen Stelle ihr Ende finden werde, geradezu um Zurückziehung des ihm zur Versehung einer Lehrerstelle an derselben ertheilten Auftrags.
Die erbetene Zurückziehung erfolgte auch auf Grund einer Verfügung der Königlichen Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen, vom 29. September, B. 10174. Der Lehrer Vogt schied somit nach einer Wirksamkeit von zwei und einem halben Jahre von unserer Schulanstalt, bei welcher er sich durch die Gediegenheit seiner Kenntnisse, praktische Umsicht und Lehrgeschick ein bleibendes Andenken gesichert hatte.
Die Unterrichtsstunden des Abgegangenen mussten bei dem Beginne des Wintersemesters unter die Collegen vertheilt werden. Umtauschungen und andere Missstände waren dabei nicht zu vermeiden, und abermals kam uns die Hülfe des Practicanten Knoop sehr zu statten.
Unter dem 31. October genehmigte jedoch Königliche Regierung, Abtheilung für Kirchen- und Schulsachen, dass dem Lehrer Dr. Wittich dahier seinem Erbieten gemäss die Ertheilung von Unterrichtsstunden an der Realschule an Stelle des ausgeschiedenen Lehrers Vogt einst- weilen übertragen werde.
Dr. Wittich, gleichfalls von den städtischen Behörden für eine ordentliche Lehrerstelle an der neu zu gründenden Realschule erster Ordnung bestimmt, befand sich nämlich, da die Eröffnung der eben genannten neuen Schule noch nicht erfolgte, ohne Beschäftigung, und hatte sich auf eine an ihn von dem Herrn Oberbürgermeister gerichtete Anfrage bereit erklärt seine Thätigkeit einstweilen unserer Schule zu widmen. Er übernahm daher, nachdem der Stunden- plan eine abermalige Umgestaltung erfahren hatte, von dem 2. November an die Geschäfte eines ordentlichen Reallehrers.
Friedrich Wilhelm Werner Wittich, auf dem Messinghofe bei Cassel den 26. October 1841 geboren, besuchte von Ostern 1852 bis Ostern 1859 das hiesige Gymnasium. Nach abgelegter Maturitätsprüfung studirte er zu Marburg von 1859 bis 1864 Theologie und Philologie. Er bestand die theologischen und die Gymnasiallehrerprüäfung und erwarb nach Einreichung einer Abhandlung»De persona Lycophronis ab Hyperide defensi« die philosophische Doctorwürde. Vom Herbst 1864 an bekleidete er die letzte ordentliche Lehrerstelle an der Realschule erster Ordnung zu Aschersleben, zuerst provisorisch, darauf nach Rescript vom
21. Februar 1866 definitiv. Auch hatte er zweimal je auf ein Vierteljahr das Ordinariat 3


