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Sängerchören des Gymnaſiums wurden religiöſe und vaterländiſche Geſänge, abwechſelnd mit muſikaliſchen Productionen einzelner Schüler, ausgeführt; der Oberprimaner Georg Hilpiſch ſprach lateiniſch über das Thema: Nee honestam nec utilem fuisse Catonis de delenda Carthagine sententiam, der Oberprimaner Friedrich Wenckenbach über Schiller's Ballade „die Kraniche des Ibykus“; von einer Anzahl Primaner und Secundaner wurde eine Scene aus Shakeſpeare's„Julius Cäſar“ vorgetragen, an welche ſich Declamationen ausgewählter deutſcher Gedichte durch Schüler der übrigen Claſſen anſchloſſen. Am Feſttage ſelbſt, dem 24. Juli, wurde die gottesdienſtliche Feier deſſelben in den Kirchen beider Confeſſionen begangen und der Gymnaſialgottesdienſt, für welchen beſondere Geſänge eingeübt worden waren, mit dem Domine salvum fac Ducem nostrum Adolphum und dem Tedeum geſchloſſen. Am Nach⸗ mittage verſammelten ſich wie in den früheren Jahren Lehrer und Schüler in einem Garten⸗ locale, wo ſie den Reſt des ſchönen vaterländiſchen Feſttages, der für unſer Gymnaſium immer ein wahrer Freudentag iſt, in heiterem Zuſammenſein verbrachten.
Am 20. Auguſt beehrte der Herr Regierungspräſident Freiherr von Wintzingerode auf einer größeren amtlichen Reiſe auch unſere Stadt mit einem Beſuche, bei welchem er alle Loca⸗ litäten und Sammlungen des Gymnaſiums beſichtigte, die gerade unterrichtenden Lehrer durch den Unterzeichneten ſich vorſtellen ließ und die der Anſtalt ſo oft bethätigte Fürſorge auch durch das bei dieſer Gelegenheit den Angelegenheiten derſelben gewidmete Intereſſe in wohlwollender und aufmunternder Weiſe zu erkennen gab.
Am 5. September wurde in der Aula des Gymnaſiums in Gegenwart des Herrn Geiſt⸗ lichen Raths Dr. Diehl, als Biſchöflichen Commiſſarius, eine Prüfung der katholiſchen Schüler in der Religionslehre vorgenommen, welcher außer den Lehrern des Gymnaſiums auch viele hieſige und auswärtige Freunde deſſelben, namentlich die Herren Geiſtlichen der Stadt und Um⸗ gegend, beiwohnten. Am Schluſſe ſprach der Herr Commiſſar ſeine Zufriedenheit mit dem Ergebniſſe der Prüfung in einer an die Schüler gerichteten inhaltreichen und gemüthvollen An⸗ rede aus und ermunterte dieſelben zu fortgeſetztem eifrigem Streben nach gründlicher Erfaſſung der chriſtlichen Heilswahrheiten und nach religiös⸗ſittlicher Veredelung.
Am 12. und 13. September wurden in allen Claſſen die Herbſtprüfungen vorgenommen. Die Herbſtferien dauerten vom 14. September bis zum 12. October.
Der Eröffnung des Winterſemeſters ging am 12. October die Prüfung zweier angemel⸗ deten Schüler voraus, von welchen einer in die Septima, der andere in die Tertia aufgenommen wurde. Am 13. Qctober fand nach feierlichem Gottesdieuſte in den Kirchen beider Confeſſionen die Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula ſtatt, bei welcher der Director an die letzteren unter Hinweiſung auf die Schulgeſetze eine Anrede hielt, und am 14. October wurde in allen Claſſen der Unterricht begonnen.
Am 10. November wurde von dem Gymnaſium Schiller's hundertjährige Ge⸗ burtstagsfeier durch einen öffentlichen Geſang⸗ und Redeact, mit dankbarer Anerkennung der Verdienſte des großen vaterländiſchen Dichters um die geiſtige und ſittliche Hebung des deut— ſchen Volkes und insbeſondere der deutſchen Jugend, feſtlich begangen. Die Stätte der Feſt⸗ feier, die Aula des Gymnaſiums, war auch bei dieſer Veranlaſſung wieder unter der ſorgfältigen Leitung des Zeichenlehrers der Anſtalt Herrn Maler Diefenbach, welchem dieſelbe für dieſe bereitwillige und erfolgreiche Mühewaltung zu beſonderem Danke verpflichtet iſt, würdig und geſchmackvoll ausgeſchmückt worden und insbeſondere war zu beiden Seiten der bekränzten Schillerbüſte, welche ſchon ſeit vielen Jahren eine Zierde unſerer Aula iſt, auf zwei großen Tafeln ein ebenfalls durch Herrn Diefenbach mit kalligraphiſchen Verzierungen ausgeſtattetes,


