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durch die Ordinarien(dieſe Beſuche werden regelmäßig nur bei auswärtigen Schülern vor⸗ genommen, jedoch auch auf einheimiſche Schüler ausgedehnt, wenn es von den Eltern derſelben gewünſcht wird oder zu denſelben eine beſondere Veranlaſſung vorliegt), Eintreffen der Lehrer im Gymnaſialgebäude ſpäteſtens fünf Minuten vor dem Beginne des Unterrichts, Anweſenheit eines Lehrers auf den Gängen während der Unterrichtspauſe u. ſ. w. ſind auch im verfloſſenen Jahre unausgeſetzt in Anwendung geblieben. Gröbere Disciplinarvergehen ſind nicht vorge⸗ kommen, und zur Anwendung ſchwererer Schulſtrafen war nur in ſehr ſeltenen Fällen Veran⸗ laſſung vorhanden; eine Ausweiſung hat gar nicht ſtattgefunden. Die Schüler des Gymnaſiums, namentlich die der oberen Claſſen, haben ſich der weit überwiegenden Mehrzahl nach durch freudigen Gehorſam gegen die Geſetze und Ordnungen der Schule ſowie durch ein geſittetes Betragen die Zufriedenheit ihrer Lehrer erworben.
E. Phyſiſches Wohl.
Von den Lehrern des Gymnaſiums wurden mehrere durch Unwohlſein auf kürzere Zeit ihrer Berufsthätigkeit entzogen, auf längere Zeit nur Profeſſor Barbieux und Conrector Dr. Deutſchmann, von welchen jener am Schluſſe des Sommerſemeſters und zu Anfang des Winterſemeſters einige Wochen hindurch ſeine Lehrſtunden ausſetzen mußte, dieſer im December erkrankte, aber bereits am 23. Januar den größten Theil ſeiner Lehrſtunden wieder übernehmen konnte und jetzt zu unſerer Freude ſeiner völligen Wiedergeneſung entgegenſieht. Der Geſund⸗ heitszuſtand der Schüler war zwar im Allgemeinen nicht weniger befriedigend als in den früheren Jahren; doch wurde ein Primaner das ganze Schuljahr hindurch, mehrere andere Schüler während des größten Theiles deſſelben durch Unwohlſein oder Krankheit dem Schulbeſuche ent⸗ zogen. Durch den Tod hat das Gymnaſium keinen Schüler verloren.
II. Chronik des Gymnaſiums.
Dem Beginne des Schuljahrs ging am 10. Mai die Prüfung der zur Aufnahme ange⸗ meldeten Schüler voran, deren Anzahl 35 betrug. Von dieſen wurden 2, welche von dem Gymnaſium in Weilburg auf das hieſige übergingen, ohne Prüfung aufgenommen; von den übrigen traten, nach dem Ergebniſſe der mit ihnen vorgenommenen Prüfung, 22 in die Septima, 4 in die Sexta, 1 in die Quinta, 1 in die Quarta, 4 in die Tertia, 1 in die Prima.
Am 11 Mai fand zur feierlichen Eröffnung des Schuljahrs Gottesdienſt in den Kirchen beider Confeſſionen und hierauf die Verſammlung der Lehrer und Schüler in der Aula ſtatt, bei welcher der Director eine Anrede an die Schuͤler hielt, die Schulgeſetze verlas und erläuterte und die neu aufgenommenen Schüler auf dieſelben verpflichtete.
Am 12. Mai wurde in allen Claſſen der Unterricht begonnen.
Am 6. Juni wurde von Lehrern und Schülern ein gemeinſchaftlicher Spaziergang nach Limburg unternommen.
Die Pfingſtferien dauerten vom 11. bis zum 20. Juni.
Am 23. Juli fand zur Vorfeier des Hohen Geburtsfeſtes Seiner Hoheit des Her⸗ zogs in der Aula des Gymnaſiums eine öffentliche Schulfeierlichkeit ſtatt, zu welcher der Director durch ein beſonderes Programm eingeladen hatte. Profeſſor Lade hielt die Feſtrede, in welcher er unter Hinweiſung auf die Bedeutung des hohen Feſttages insbeſondere für das hieſige Gymnaſium, welches in Seiner Hoheit dem Herzoge wie ſeinen erhabenen Stifter, ſo auch ſeinen huldvollen Beförderer und Wohlthäter verehrt, die Segnungen hervorhob, welche die Bildungsanſtalten des Landes der Regierung Seiner Hoheit verdanken. Von den beiden


