XI
belegt dieses Wort im Ergänzungsbande s. v. fabriquer mit einer Stelle aus dem Rom. d'Alix. (12. Jahrh.) und einer Glosse aus dem 14. Jahrhundert..
Was die Schreibung von g(gu) und j betrifft, so habe ich folgenden Weg eingeschlagen: Zeigte die Hs. in irgend einem Worte für stammhaftes j auch g, so ist nach picardischer Weise dieses g für die ganze Wortgruppe verwendet worden; die Hs. hat z. B. 690 getent, 1122 gete(t); es steht daher im Texte 458 geterent, 1138 getet, 1166, 1168 u. 1171 geter, 1219 für die 3. sg. praes. gete; v. 77 ist also auch degetet zu schreiben. War in der Hs. aber ur- sprüngliches j consequent erhalten, so ist die Schreibweise von mir nicht geändert worden, vgl. jehir (vom ahd. jehan) 94, 588, 1056.— Bekanntlich verwandelt sich auch g vor lat. a im Franz. zu- weilen in j; es ist deshalb sowohl für gaudium als für gaudere die handschriftliche Schreibung mit j in joie und joir(= jouir) beibehalten worden, obgleich in picardischen Texten die Schrei- bung mit g in solchen Fällen ganz häufig vorkommt, cf. goie, Disme de Penit. 191 u. 192 und resgol ebend. 497.— Um die harte Aussprache des g vor e zu kennzeichnen, habe ich, der Hs. entgegen, überall in den entsprechenden Fällen die Combination gu in den Text ge- setzt.„Die Schreibung g statt gu vor e ist picardisch“, Förster, Oest. Gymn.-Ztschr. 1874, S. 137. Ich schreibe also guerpir 106(got. vairpan, ahd. werfan), guerpira 216, sont guerpi 495, guerpi(t) 1233, deguerpit, 3. sg. perf., 10 u. 935,— orguener(organum) 154, orguillir (cf. ahd. urguoli) 102, guerriers(aus guerra vom ahd. werra) 696.— Vor i zeigt auch die Hs. dieses gu, so in guise 480 u. 617.— Das von servientem stammende sergant habe ich uberall mit g geschrieben; in der Hs. kommt es neunmal mit g und sechsmal mit j vor. Wie G. Paris Alex. 277 u. 278 zeigt, sprach man wirklich in diesem Worte das g hart aus. Mit sergant auf gleicher Linie steht die im pic. Dialecte für„„je“ gebräuchliche Schreibung „ge“(entstanden aus ieo, dem das aus ego syncopirte eo zu Grunde liegt); ich habe das g in diesem Worte, wo es in der Hs. vorhanden war, beibehalten(245, 296, 572, 973). Ueber sergant und ge vgl. auch Suchier, l. c. p. 61 n. 12.
Ehe ich zur Besprechung anderer Consonanten übergehe, muss ich noch darauf hinweisen, dass in unserem Denkmale, wie in anderen picardischen Texten, eine Doppelconsonanz sehr oft vereinfacht wird. Für alle einzelnen Fälle gibt die Vergleichung des Textes mit den Vari- anten Auskunft; ich hebe nur Folgendes hervor: Die Schreibung feme(450, 531, 1012), die auch andere pic. Texte zeigen(cf. Disme de Pen. 2990), habe ich beibehalten. Das Adjectiv belle schreibe ich stets mit I; die Hs. hat bald Il(22, 187, 212, 226, 240 etc.), bald 1(39, 270, 285, 295 etc., cf. Var.); ich verweise hier besonders wegen des(s. folg. Seite) in unserer Hs. oft vorkommenden biax= biaus, auf Försters Artikel in Gröbers Ztschr. I 564-567:
„Franz. beau aus bellum“.— Asses, das in der Hs. fünfmal mit ss, dreimal mit s steht, konnte natürlich immer nur mit ss geschrieben werden. Das einfache r der Hs. habe ich in rr umgesetzt v. 443 im Fut. plorrai,— v. 1048 im Fut. morrai,— v. 676 im Fut. durra
(das Perfect dura steht mit einem r richtig v. 961), u. s. w.
Von der Erhaltung des auslautenden t in den Endungen et, it und oit, wo dieses t= einem lat. t zwischen zwei Vocalen, ist schon oben, Seite VI u. VII(n. 3 und 4) die Rede gewesen. Ich muss hier noch nachträglich ein bei der Zusammenstellung der Varianten von mir übersehenes Wort mit der Endung ut anführen; die Hs. hat nämlich v. 1079 atendut; aber dieses ut kommt sonst in derselben nicht vor, vgl. recheu 162, 657, tenu 706, venu 386 u. 654.— Eine andere die Dentalen betreffende Eigenthümlichkeit des Picardischen zeigt sich in unserem Denkmale ohne Ausnahme; t+s und d+s werden nämlich im Auslaute (nicht wie in den anderen afr. Mundarten zu, sondern) stets zu s. Beispiele der verschiedensten Art finden sich im Texte, ich führe nur einige an: confors 404(vgl. den Acc. confort 967 u. 982, das Verbum reconforter 978),— li escris 29 u. 339,— grans 99, 663, 982 Lesart, 1100, 1132, 1156, 1170,— piés 140, 558, 590, 736, 750, 906, 946,— viés(vetus) 415,— in der 2. pl. der Verben: avés 446, 489, 520 etc., arés 275, soiés 242, 757.— Erwähnt sei hier noch, dass das End-t von mont(985) und von maint(891) in der Hs. fehlt.— Ein d zur Scheidung der unbequemen Lautgruppe nr(cf. Diez, Gr. I 220) hat unser Denkmal nicht in tenror 1114, auch nicht in tenrement 202 u. 836. Tenrement finde ich auch Berte 1032,


