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herab als„abſcheulicher Sauerteig“ verunglimpft wurden.*)„Es dauerte lange, bis man ihnen unter mancherlei Hinderniſſen von Seiten des geiſtlichen reformierten Scholarchats nur die nothdürftigſten Ein⸗ richtungen geſtattete.“
Im Jahr 1643 hatte der Graf den Lutheriſchen ſeine Schloßkapelle geöffnet und zugleich ſeinem Kaplan, M. Joh. Philipp Böhm, nachherigem Superintendenten(geſtorben 1663) den Unterricht der Kinder aus der lutheriſchen Gemeinde übertragen. Mit dem Wachstum der Gemeinde hielt die Sorge für den Unter⸗ richt ihrer Kinder gleichen Schritt. Aus dem kleinen Cötus, der den erſten lutheriſchen Paſtor umgab, wurde bald 1645 eine zalreichere Schule, freilich anfangs eine bloße Privatſchule mit nur einem Lehrer, einem Theologen, der auch im Lateiniſchen unterrichtete. Aber kaum war dem dringendſten Bedürfnis, dem Ban einer eigenen Kirche(begonnen 1658, vollendet 1664) abgeholfen, ſo war man auch darauf bedacht, der Schule eine andere Geſtalt zu geben und wandelte ſie, ſobald man freie Hand bekam, in eine öffent⸗ liche Anſtalt um. Dies geſchah im Jahre 1668, 2 Jahre vor dem Abſchluß des Hauptreceſſes.
So wurzeln alſo die erſten Anfänge auch unſerer Schule in der Kirchen⸗Gemeinde; auch ſie iſt eine Tochter der Kirche.
Möge ſie nie ihr es Urſprunges vergeßen!
Von der treuen Sorgfalt dieſer Mutter zeugt ihre Umſicht bei der Berufung der Männer, denen ſie ihre Schöpfung anvertraute. Die Notizen, die uns über ſie zu Gebot ſtehen, werden hinreichen, ihre Geiſtes⸗ richtung und ihre Wirkſamkeit zu würdigen.
Die Reihe eröffnet der eigentliche Gründer der Schule als höherer Lehranſtalt:
1. Junckherr Martin, 1668—1698. Er war geboren zu Frankfurt a. M. ſtudierte zu Straßburg und vertheidigte hier 1668 eine Diſſertation de communicata Christo homini omnipotentia in coelo et terra ad Matth. XXVIII. 18. Als er in ſeine Vaterſtadt zurückkam, verlangte man ihn an die lutheriſche Schule zu Hanau„Wiewol die Umſtände derſelben es damals noch nicht zuließen, daß man ihn unter einem andern Prädicat, als dem eines Präceptor und Cantor berief, ließ er ſich doch die Vocation gefallen, und hat mit ſo viel Fleiß und Eifer ſeinem Amte lebenslang vorgeſtanden, daß ihm billig die innerliche Grundlegung einer Trivialſchule ²) zugeſchrieben wird. Derſelben recht aufzuhelfen ſparte er keine Mühe und Arbeit. Bei zunehmender Jugend(Schülerzal) beſtellte er ſich ſelber einen Gehilfen, den man nur ſeinem Vornamen nach, den Hr. Michel nannte(vermuthlich den nachmaligen Organiſt, Michael Wolflin.) Zu dem lutheriſchen Chor machte er den Anfang und ſchrieb die davon eingegangenen Gelder von einem Vierteljahr zum andern auf. Im Jahr 1678, bei dem Anwachs der Schule und Beſtellung eines Kantors als Kollegen legte man ihm den Titel als Rector bei. Hatte er 1678 mit ſeinem getreuen Hr. Michel alle Schüler und Mädchen unter der Aufſicht gehabt, ſo wurden ihm nun als Rector die kleinen Knaben und ſämtliche Mädchen durch den neuen Kantor Joh. Georg Braun abgenommen, außer daß er in Privatſtunden noch einige derſelben beibehielt. Junckherr hatte eine ſolche Liebe zu ſeiner Schule, daß er eine ihm angebotene Stelle beim Frankfurter Gymnaſie ausſchlug.“ Pecuniäre Vortheile hielten ihn ſicher nicht in Hanau zurück, nach dem Beſoldungstheil zu ſchließen, den er aus der fürſtlichen Rentkammer be⸗ zog: 50 fl. an Geld, S Achtel Korn, 2 Achtel Gerſte, 6 Klafter Holz; dabei freie Wohnung. Cantor Braun bekam 4 Klafter Holz und 8 Achtel Korn.
¹) Pareus, Rector und Profeſſor des reformierten Gymnaſiums nannte in ſeiner oratio pro musis Hanovicis instaurandis 1639 die Lehre der Lutheraner von der Perſon Chriſti p. 31. tetrum fermentum Eutychianum 11⁸ TIG.νκννπRw901 und die vom h. Abendmal capernaiticum 11ε εοꝓαeνεας errorem. Bernhard Manuſcript S. 105. ²) Trivialſchulen: in welchen das trivium, Grammatik, Rhetorik und Dialektik gelehrt wurde, und die als Vorbereitungs⸗ ſchulen für das Gymnaſium galten.


