nur schr ungern aus unserm Kreise scheiden. An seiner Stelle wurde der bisherige Hülfslehrer Herr Dr. Merbach*) durch Verfügung vom 13./11. 1896, 8 7253 zum Oberlehrer ernannt und an dem Realgymnasium vom 1 /10. 1896 ab augestellt: zugleich wurde uns Herr Hülfs- lehrer Dr. Höfer durch Verfügung vom 30./9. 1896. S. 6126 zur kommissarischen Beschäftigung überwiesen.
Durch Verfügung vom 6. Januar 1897,§. 84 wurde Herr Oberlehrer Mascher, der von Ostern 1889 bis Herbst 1891 als besoldeter Hülfslehrer und von da ab als Oberlehrer mit voller Anerkennung an der Anstalt gewirkt und zuletzt noch die Bibliothekarstelle bekleidet hatte, auf seinen Wunsch von Ostern ab an das Königliche Gymnasium in Hanau, ebenso Herr Oberlehrer Dr. Endemann, der seit Ostern 1890 mit bestem Erfolge bei uns thätig war, durch Ver- setzung vom 12./3. 97, S. 1648 an das Königliche Gymnasium in Weilburg versetzt; unsere besten Wünsche begleiten die scheidenden Herrn Kollegen, die bei Lehrern und Schülern gleicher- malsen beliebt waren, auf ihrem ferneren Lebenswege. Zum Bibliothekar wurde Herr Oberlehrer Dr. Schneider ernannt.(Verfügung vom 21.,2. 1897, S. 978).
Herr Hülfslehrer Dr. Schmitthenner hielt auch in diesem Jahre den Verband mit der Anstalt durch einige freiwillige Aushülfsstunden aufrecht.
Die Feier des Geburtstags Sr. Majestät des Kaisers und Königs fand in gewohnter Weise in der festlich geschmückten Turnhalle statt; die Festrede hielt Herr Oberlehrer Mascher über das Thema:„die Verdienste Brandenburg-Preufsens um die deutsche Marine bis zur Wieder- geburt des Reiches im Jahre 1871.“
Auch der übrigen Gedenktage am 15. Juni. 18. Oktober, 9. März wurde durch Ansprache der Ordinarien in den Klassen in vorgeschriebener Weise gedacht und am 22. März das Centenarium Kaiser Wilhelm J. mit Gesang, Deklamation und Festrede des Unterzeichnetem unter Mitwirkung unseres Musikvereins entsprechend festlich begangen. Dem von unserm ehe- maligen Schüler und jetzigen Dirigenten des Vereins Anton Güth aus Wiesbaden selbst komponierten FPestmarsche wurde seitens der zahlreichen Zuhörer freundlicher Beifall gespendet. Am 23. März, nachmittags von 3— 5 Uhr, fand in der Männerturnhalle an der Platterstrasse ein Schauturnen unseres freiwilligen Turnvereins unter ihrem Turnwart A. Schnädter statt, das nach dem Einmarsche der Turner durch eine Ansprache des Abiturienten G. Krumbiegel nebst einem Hoch auf den Kaiser eingeleitet wurde. Die einzelnen Nummern(Aufmarsch, Stabübungen in 2 Gruppen, Abmarsch mit Gesang, Riegenturnen mit einmaligem Gerätewechsel, Turnspiel(Türkenkopf), Kürturnen der Vorturnerriege an Barren und Reck, Eisenstabgruppen, Flaggenreigen, Abmarsch der Turner) fanden bei den sehr zahlreich erschienenen Angehörigen und Freunden der Schüler zum teil recht lebhafte Anerkennung, besonders das Kürturnen, die Huldigungsgruppe um das Standbild des Kaisers Wilhelm I und der Flaggenreigen. Mit einer kurzen Ansprache seitens des Direktors und einem„Gut Heil“ auf den freiwilligen Turnverein
*) Merbach, Hans, geb. den 15. Oktober 1859 zu Kalau, Provinz Brandenburg. besuchte von Ostern 1870 bis Ostern 1879 das Gymnasium zu Kottbus und Guben und studierte in Straſsburg, Halle, Berlin und Marburg neuere Philologie. Im Juli 1884 wurde er auf Grund seiner Dissertation:„Das Meer in der Dichtung der Angel- sachsen“ zum Dr. phil. promoviert Michaelis 1887 trat er am Real-Gymnasium(Musterschule) in Frankfurt a. M. als Probekandidat ein und bestand am 18. November desselben Jahres die Prüfung pro fac. doc. Michaelis 1888 wurde er an der Realanstalt der Men. Gemeinden Deutschlands, am Donnersberg b. Kirchheimbolanden angestellt und im Herbst 1893 als wissenschaftlicher Hülfslehrer an das Königl. Realgymnasium zu Wiesbaden berufen.


