— 29—
Diese alten stilvollen Häuser haben alle etwas Eigenartiges, Persönliches, und es erscheint als ein schöner Zug von Pietät, dass man den ehrwürdigen Bau nicht zum Abbruch verurteilt und durch einen neuen ersetzt hat, sondern ihn, wenn auch nicht in der alten Weise, so doch immer noch seinem Alter angemessene Dienste leisten lässt.
2 os
Ic r.
N Grundriss zu Abb. 7
— 1—
D A ehemals Herdraum und Flur B Wohnzimmer
280
2
O Schlafzimmer 2* D ehemals Stube und
8 Kammer L— 7, TFFE
Das Haus muss als fränkisch-alamannisch bezeichnet werden, denn es zeigt Hauptmerkmale
beider Bauweisen.
Der hohe ummauerte Unterstock birgt Keller und Wirtschaftsräume; darüber erhebt sich der einstöckige Wohnraum aus Fachwerk mit eisenfestem Eichengebälk; er ist nach fränkischer Art dreigeteilt. Der Eingang ist wie immer an der Langseite, die dem Hofe zugekehrt ist. Zu ihm führt die hohe Treppe. Durch die in der Mitte quergeteilte Tür tritt man in den Herd- oder Flurraum. Links davon liegt das niedrige(2,25 m hohe), aber ziemlich geräumige Wohn- zimmer mit zwei kleinen Fenstern nach dem Hofe und zwei ebensolchen nach der Giebelseite. Hinter dem Wohnzimmer befindet sich die Schlafstube; rechts vom Flur waren ehemals ebenfalls zwei kleinere Stuben. Die Räume unter dem weitvorspringenden Dach enthalten einen doppelten Speicher.
Das jetzige Wohnhaus(Abb. 8) steht dem früheren an Alter nicht viel nach; über dem Futtergang lesen wir die Jahreszahl 1587.
Dies Haus zeigt die alamannische Anlage, insofern es unter demselben Dache Wohnräume und Stallungen vereinigt, aber es besitzt abweichend davon nach fränkischer Weise zwei Stock- werke für Wohnräume, von denen jedoch nur der obere aus Fachwerk besteht.
Die hohe Treppe fehlt, aber der eigentliche Wohnraum ist nach alamannischer Art zweigeteilt, indem er in Flur und Küche und die links davon gelegenen Stuben zerfällt.
Zu den Viehställen, durch einen Futtergang von einander getrennt, kann man nicht nur vom Hof aus, sondern auch durch eine Tür der Küche gelangen. Diese, ursprünglich mit dem Flur
einen Raum bildend, ist jetzt von demselben durch eine Wand mit Türe und kleinem Fenster getrennt; in ihr steht der umfangreiche gemauerte Herd; eine Türe in der Rückwand führt zu dem unentbehrlichen Backofen.


