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Der Grundriss zeigt die bekannte Dreiteilung. Durch die in der Mitte quergeteilte Tür tritt man in den Flur und die Küche. Rechts und links vom Mittelraum liegen je eine Stube und eine Kammer, von denen die rechts gelegenen die grösseren sind.
Auffallend ist die Lage des Hauses innerhalb der Hofreite. Während sonst bei der fränkischen Hofanlage in der Regel die Hauptgiebelseite nach der Strasse gerichtet ist(Vgl. S. 21), das Haus demnach in einer der vorderen Ecken der Hofreite liegt und die Einfahrt unmittelbar daneben in den Hof führt, liegt es hier in der rechten hinteren Ecke des Hofes.
Dies ist so auffallend, dass man annehmen muss, dass die Anlage der Hofreite ursprünglich der allgemeinen Regel entsprach und sich erst im Laufe der Zeit so herausgebildet hat, wie wir sie jetzt sehen. Man kann mit Sicherheit annehmen, dass dies der jetzigen Landstrasse zuliebe ge- schehen ist, die, weit später angelegt als der Hof, durch das Tal führt. Auf Abbildung 5 kann man links noch ein kleines Stück davon bemerken. Ursprüglich muss die Strasse näher am Hause oder unmittelbar daran vorübergeführt haben. Dass innerhalb der Hofreite durchgreifende bauliche Veränderungen stattgefunden haben, beweist die Scheune, die, an sich schon alt, noch ältere Bestandteile an riesigen Eichenbalken, ganzen Baumstämmen, zum Teil mit Jahreszahlen, aufweist, die einem früheren Scheunen- oder Stallgebäude angehört haben müssen. Die Hofreite zeigt eine quadratische Form, die Einfahrt wird aber gegenwärtig durch kein Tor geschlossen. Rechts neben ihr liegt der Backofen und ein Schuppen, gegenüber in der rechten Ecke das Wohnhaus. Der Raum dazwischen wird von Schweineställen eingenommen und einem freien Raum unmittelbar vor der Giebelseite des Hauses, der es wahrscheinlich macht, dass dort einst die Strasse herführte, so dass das Wohnhaus mit der Giebelseite nach dieser zu lag, wie es allgemein Regel ist..
Die von der Einfahrt aus links gelegene Seite der Hofreite wird von Schuppen, Scheune und Pferdestall eingenommen, zwischen ihr und dem Wohnhaus liegt der Kuhstall, in der Mitte ungefähr die Miststätte.
Fernab vom Wege, in tiefer Weltabgeschiedenheit, liegt am Nordostabhange des 523 m hohen Götzensteins der nur aiis zwei oder drei Höfen bestehende Weiler Schnorrenbach. Von Weinheim a. d. B. aus kann man ihn durch das romantische Birkenauer und das nicht minder reizvolle Löhrbacher Tai über Löhrbach in 2 ½ Stunden erreichen.
Besonders der Hof des Besitzers A. lässt uns überrascht den Schritt hemmen und be- wundernd Umschau halten. Jahrhunderte sind über ihn dahingerauscht, ohne sichtbare Spuren hinterlassen zu haben. Der Hof besteht aus zwei Häusern, der Scheune und einem Schuppen. Alle ruhen noch unter dem guten alten Strohdach, das im Winter warm und im Sommer kühl hält und so gut wie nichts kostet, da es aus selbstgeerntetem Stroh ohne fremde Beihilfe hergestellt und unterhalten wird.
Neue Strohdächer dürfen nicht mehr angelegt, auch umfangreiche Reparaturen nicht mehr vorgenommen werden. Aber vier Quadratmeter jährlich sind erlaubt, und bei kluger Berechnung lässt sich damit noch lange auskommen.
Die Strohdächer verleihen dem ganzen Hof etwas Ruhiges, Friedliches, Träumerisches.
Das ältere der beiden Häuser(Abb. 7) dient jetzt nicht mehr zum Bewohnen, sondern wird von Pferdestall und Futterräumen eingenommen. Es hat als Wohnhaus seine Schuldigkeit getan und ist jetzt in den wohlverdienten Ruhestand versetzt worden; wohlverdient, denn es zeigt in der Sandsteineinfassung der Kellertür die Jahreszahl 1564, sicherlich eins der ältesten, wenn nicht das älteste Haus des Odenwaldes überhaupt.


