Bemerkenswert und auffallend ist das Verhältnis der Länge zur Tiefe. Der Grundriss ist fast quadratisch. Der gemauerte Sockel ist auffallend niedrig. Fast unmittelbar über der Erde er- hebt sich der zweistöckige Fachwerkbau, darüber, unter dem weitvorspringendem Dach(früher Strohdach) der doppelte Speicher. Das Haus zeigt die fränkische Dreiteilung, aber die Räume links vom Flur dienen jetzt als Stallungen. Die auffallende Breite des Flurs und der Küche, die ehemals sicherlich einen ungeteilten Raum darstellten, bezeichnen den Herdraum noch als den Hauptraum des Hauses. Jetzt ist er durch eine Querwand in Flur und Küche geteilt und ausserdem ist noch ein längliches Viereck als Alkoven zum Wohnzimmer gezogen. Unter der hohen Treppe(f) zum Oberstock befindet sich ein Verschlag für das Geflügel, dem es übrigens auch nicht übel genommen wird, wenn es einmal einen Ausflug in Küche und Flur macht und dort seine Spuren zurücklässt. An die Küche teils ein-, teils angebaut und von ihr aus zu benutzen ist der über die Längsrückwand etwas vorspringende Backofen G, der dagegen an der schmalen Rückwand zurücktritt und einen kleinen Raum für einen Geflügelstall H übrig lässt.
Eine geschlossene Hofreite fehlt hier.
Übrigens weist das Haus eine Anzahl interessanter Details auf, so das geschnitzte Rahmen- werk um die nach der Strasse gelegenen Fenster, die Läden mit Holzgitterwerk an den Speicherräumen und Reste eines Zahnschnittfrieses über dem ersten Stockwerk.
In dem friedlichen Tale der Kainsbach, wo sich Wald, Feld und von dem forellenreichen Bach durchrieselte Wiesen in anmutiger Abwechslung die Hand reichen, liegt, in weiter Aus- dehnung weilerartig zerstreut, das kleine Dorf Ober-Kainsbach und die Abbildung 5 und 6 dar- gestellte, durch das Alter des Wohnhauses ehrwürdige Hofstätte, eine rein fränkische, wenn auch in ihrem gegenwärtigen Zustand von der Regel etwas abweichende Hofanlage.
Am Wohnhaus, erbaut 1644, ist ein gemauerter Sockel kaum bemerkbar. Fast unmittelbar über der Erde erhebt sich der zweistöckige Fachwerkbau aus Eichenholz. Unter dem hohen Strohdach, das der Neuzeit nur insofern einige Konzessionen machen musste, als um den Schorn- stein herum einige Ziegel gelegt sind, befinden sich die ausgedehnten Speicherräume.
3 7140— Grundriss zu Abb. 6. F— 87 D A Flur N B Küche . C Wohnzimmer —. 5 D Schlafstube 8 E Stube 80 F Kammer 5 A⁴ C. a Herd b Treppe e lisch N 2 d Bank /ä
4*


