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nommen, die dem Wohnhaus gegenüberliegen und bis zur Scheune reichen, die ihrerseits der Toreinfahrt gegenüber liegt. Der Raum zwischen Wohnhaus und Scheune wird meist von offenen Schuppen eingenommen. Der Torbau besteht häufig aus einem hohen Balkengerüst mit Satteldach, kann sich aber auch zu einem Torhause entwickeln, das noch für Wohnräume Platz bietet.
Im vollen Gegensatz zu dieser, in ihren Grundzügen stereotyp wiederkehrenden Hofanlage vereinigt das alamannische Haus unter demselben Dach Wohnräume, Stallung und Scheune, oder wenigstens das eine oder andere, und widerstrebt somit jeder Hofanlage. (Henning, S. 20)
Allerdings finden sich ausserdem bisweilen noch Stallungen oder die Scheune in einem besonderen Gebäude, aber zu einer geschlossenen Hofreite kommt es nicht.
Dies ist ganz besonders im Odenwald der Fall. Wenn man bei der Wanderung durch die Dörfer des Odenwaldes sein Augenmerk auf die Hofanlagen richtet, wird man nur verhält- nismässig selten eine rein fränkische, geschlossene Hofreite antreffen. Häufiger ist dies der Fall in den zerstreut liegenden Dörfern und Weilern. Da stellt die einzelliegende fränkische Hofreite gewissermassen eine Festung dar; ist das Tor geschlossen, so kann niemand unbemerkt die Hofreite betreten und das stolze Wort des Britten: my house is my castle hat hier seine völlige Berechtigung. Auch in den Ortschaften, die nach der fruchtbaren Ebene hin liegen und in den kleinen Landstädten findet sich die fränkische Hofanlage häufiger.
Es hat dies gewiss seinen Hauptgrund in dem Umstande, dass die geschlossene Hof- anlage mit ihrem stattlichen Gebäudekomplex einen gewissen Wohlstand des Besitzers voraus- setzt, der im Odenwald häufig vermisst wird. Daher kommt es auch, dass wir Häuser des rein fränkischen Typus antreffen ohne Hofreite.
In den meisten Fällen aber sehen wir eine Vermischung der fränkischen und alamannischen Bauweise, indem der meist nicht in glänzenden Verhältnissen lebende Odenwälder Bauer sich ein Heim geschaffen hat, das, seinen Bedürfnissen entsprechend, Merkmale der beiden Grund- formen aufweist und somit als fränkisch-alamannisch bezeichnet werden muss.
Im folgenden Kapitel sollen die besprochenen Bauformen durch Bild und Grundriss anschaulich vor Augen geführt werden.
IV. Kapitel.
Typen des Odenwälder Bauernhauses.
Bei der Auswahl der Hausbilder und Grundrisse, die zur Erläuterung der im III. Kapitel gemachten Ausführungen dienen sollen, konnte weniger der Wunsch massgebend sein, möglichst alte Bauernhäuser vorzuführen, als vielmehr die Absicht, typis che Beispiele für das alamannische, das fränkische und das alamannisch-fränkische Haus, in dem beide Typen gemischt sind, zur Anschauung zu bringen. 1
Es ist nämlich durchaus nicht richtig, dass gerade die ältesten Häuser am reinsten einen bestimmten Typus darstellen. In der mehr als tausendjährigen Periode von der Ein- wanderung der Franken bis zum 16. Jahrhundert, aus der uns keine Bauten erhalten sind,


