Aufsatz 
Zur Geschichte der griechischen Staatswissenschaft : 2. Artikel. Xenophon und Isokrates. - Hippodamus und Phaleas. - Kritischer Nachtrag
Entstehung
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nach Coblenz verſetzt. Den Zeichenunterricht übernahm von da ab bis auf Weiteres Herr Diaconus Naeg ler, den Schreibunterricht Herr Lehrer und Organiſt Gartz, der bereits zu Anfang des Jahres den Geſangunterricht übernommen hatte. Zu Michaelis verließ uns zu unſerem Bedauern Herr G.⸗L. Heyland, indem er einer Berufung in die erſte ordentliche Lehrerſtelle an dem Gymnaſium zu Burg folgte. Die Anſtalt verlor in ihm einen eifrigen und gewiſſenhaften Lehrer, der durch ſeine jugendliche Friſche in den verſchiedenſten Klaſſen, namentlich als Religionslehrer, ſehr anregend wirkte. Da alle Bemühungen, die durch ſeinen Abgang entſtandene Lücke im Lehrercollegium ſofort defi⸗ nitiv wieder auszufüllen, vergeblich waren, ſo wurde zur Aushülfe der Candidat des Predigtamts, Herr Boͤſch, berufen, der außer dem Religionsunterrichte in den oberen Klaſſen auch das Ordinariat der Quinta vorläufig übernahm. Leider ſteht uns zu Oſtern nun noch der Abgang des bisherigen erſten ordentlichen Lehrers, des Herrn Dr. Henkel bevor, der bereits zu Michaelis als Prorector an das neu eröffnete Gymnaſium zu Seehauſen berufen war, aber unter den obwaltenden Umſtänden nicht eher aus ſeiner bisherigen Stellung entlaſſen werden konnte und uns bereitwillig ſeine bewährten Dienſte noch bis Oſtern geleiſtet hat. Die Salzwedeler Schule, an der er ſeit mehr als elf Jahren als Lehrer in allen Klaſſen, zuletzt als Ordinarius der Secunda, thätig geweſen iſt, wird ſein treues und ſegens⸗ reiches Wirken in dankbarem Andenken bewahren.

2. Der Geſundheitszuſtand der Schule war zwar im Ganzen ein befriedigender, doch haben wir den plötzlichen Tod eines lieben Schülers, des Primaners Otto Gersbach, zu beklagen. Ernſte Beſorgniß bereitete uns ferner die Erkrankung des mathematiſchen Lehrers, des Herrn Dr. Wichmann, kurz vor dem Schluß des Sommerſemeſters, doch konnten wir uns bald der Hoffnung auf ſeine völlige Geneſung hingeben, obwohl die Wiederaufnahme ſeiner Lehrthätigkeit noch vor Ablauf des Winterſe⸗ meſters, wie ſie nun doch wirklich eingetreten iſt, kaum zu erwarten ſtand. Zum Glück beſitzt die Anſtalt in dem Herrn Oberlehrer Foerſtemann einen auch zu dem mathematiſchen Unterricht be⸗ fähigten Lehrer, der ſofort bereitwilligſt die meiſten Lectionen des erkrankten Collegen übernahm. Doch war es nun nicht möglich, die zu Oſtern eingerichtete Theilung der Tertia in zwei Parallel⸗ Coetus, die in 14 Stunden(8 lat. u. 6 griech.) getrennt unterrichtet wurden, im Winterſemeſter fortzuführen. Herr Dr. Steinhart, der zu Oſtern das Ordinariat des Coetus B übernommen hatte, mußte anderweitig beſchäftigt werden, und Herr Dr. Beßler übernahm daher zu Michaelis wieder die ganze Tertia. Außer Herrn Dr. Wichmann wurden nur einige Lehrer auf kurze Zeit durch Krankheit an der Ausübung ihres Berufes verhindert, ſo Herr Dr. Hahn und Herr Oberl. Foerſtemann. Wegen einer nothwendigen Reiſe war Herr G.⸗L. Hölzer vom 28. Novbr. 2. Deobr., Herr Hauptmann Stiehler wegen der Aushebung am 12. und 13. Mai in den Morgen⸗ ſtunden zu vertreten.

3. Dte gemeinſame Abendmahlsfeier der Lehrer und Schüler fand am 4. Mai in der Marienkirche und am 26. Oktober in der Katharinenkirche ſtatt. Die vorbereitende Anſprache an die Schüler auf dem Betſaale der Anſtalt hielt am 3. Mai G.⸗L. Heyland, am 25. October der Director. Das Schulfeſt wurde in herkömmlicher Weiſe am 30. Juni begangen. Klaſſenſpaziergänge wurden zweimal in dieſem Jahre unternommen Die Tertianer machten unter Leitung des Dr. Wichmann im Sommer an vier Nachmittagen botaniſche Excurſionen in die Umgegend. Um den Schülern Gelegenheit zu einer freien mündlichen Darlegung des von der Schule gebotenen Unterrichtsſtoffes zu geben, wurden einige Male in dieſem Jahre von den Schülern der drei obern Klaſſen Rede⸗ u. Declamier⸗ übungen auf dem Betſaale gehalten, bei denen theils ſelbſtändige Reden und Abhaudlungen ſowohl in deutſcher als in fremden Sprachen, theils auswendig gelernte proſaiſche und poetiſche Abſchnitte aus vaterländiſchen und fremden Klaſſikern zum Vortrage kamen.

4. Der funfzigjährige Gedenktag des Sieges bei Belle⸗Alliance wurde am Sonnabend, den 17. Juni, durch eine Vorfeier im Kreiſe der Lehrer und Schüler auf dem Betſaale begangen. Nach einem gemeinſamen Liede trug der Secundaner G. Pathe das Gedicht:Preußens Helden von 1813 u. 15˙ von A. Bercht vor; der Primaner Wedde ſprach über die Rückkehr Napoleons von der Inſel Elba und die Zeit der hundert Tage; der Secundaner Güſſow entwarf ein Bild der Schlacht