30
Vom 19. October 1865: Mittheilung eines Miniſterial⸗Erlaſſes v. 11. Octob. über die Aus⸗ ſtellung, Aufbewahrung und Form der Zeugniſſe behufs der Meldung zum einjährigen freiwilligen Militärdienſte.
Vom 20. October 1865: Anzeige, daß das Progymnaſium zu Seehauſen in der Altmark zu einem vollſtändigen Gymnaſium erhoben iſt.
Vom 22. October 1865: Die revidierte Schulordnung wird beſtätigt.
Vom 15. November 1865: Mittheilung eines Miniſterial⸗Erlaſſes vom 2. November, worin die Beobachtung der Vorſchrift wieder eingeſchärft wird, daß eine Dispenſation in einzelnen Fächern bei der Abiturienten⸗Prüfung nicht zuläſſig ſei.
Vom 24. November 1865: Die Geſchichte Friedrichs des Großen von Ludwig Hahn wird zur Anſchaffung für die Schülerbibliothek durch Miniſterial⸗Reſcript v. 11. November empfohlen.
Vom 22. Januar 1866: Es wird genehmigt, daß die diesjährigen Oſterferien vom 24. März bis 7. April incl. dauern.
Vom 7. Febr. 1866: Die fernere Verwaltung der Gymnaſialbibliothek durch Herrn Dr. Stein⸗ hart wird geſtattet.
Vom 10. Febr. 1866: Die Verhandlungen der vorjährigen Directoren⸗Conferenz in der Pro⸗ vinz Preußen werden durch Circulare mitgetheilt.
2. Vom hieſigen Wohllöblichen Magiſtrate.
Vom 28. Mai 1865: Auf den Antrag des Directors wird der bisherige Badeplatz dem Gym⸗ naſium fernerhin für ein jährliches Pachtgeld von 3 Thlr. überlaſſen und die Verwendung der Ein⸗ nahmeüberſchüſſe dem Lehrer⸗Collegium anheimgeſtellt.
Vom 3. Juli 1865: Mittheilung, daß die Kündigung des Zeichenlehrers Hauptmann Stiehler zum 1. Auguſt c. angenommen ſei.
Vom 29. Juli 1865: Die beantragte Remuneration aus dem Gehalte des Zeichenlehrers für das laufende Quartal an die Herren Diaconus Nägler und Lehrer Gartz wird bewilligt.
Vom 24. November 1865: Mittheilung der vom 1. April c. ab in Kraft getretenen neuen Gehaltsregulierung der Lehrerſtellen.
Vom 24. November 1865: Dem Oberlehrer Foerſtemann wird von Oſtern 1866 ab eine jährliche perſönliche Zulage von 50 Thlr. bewilligt.
—-ᷓ
C. Chronik des gumnaſiums.
1. Das gegenwärtige Schuljahr(vom 20. April 1865 bis zum 23. März 1866) hat zunächſt im Lehrercollegium bedeutende Veränderungen mit ſich gebracht. Gleich mit dem Beginn desſelben wurde Herr G.⸗L. Hölzer, deſſen Wahl zum 5. ordentlichen Lehrer bereits im vorigen Programm (S. 11) erwähnt iſt, nach der Morgenandacht auf dem Betſaale von dem Unterzeichneten in ſein Amt eingewieſen. Die Vereidigung desſelben erfolgte am 21. Juni durch Herrn Bürgermeiſter v. Hol⸗ leuffer auf dem hieſigen Rathhauſe-).— Zum 1. Auguſt wurde Herr Hauptmann Stiehler, der bisher den Schreib⸗ und Zeichenunterricht an unſerer Anſtalt ertheilt hatte, von der Militärbehörde
*) Karl Volkmar Hölzer, geb. am 18. Novbr. 1835 zu Neidſchütz in der Herzoglich Mei⸗ ningenſchen Grafſchaft Kamburg, erhielt ſeine Schulbildung auf der Realſchule zu Halle Henedlich Dom⸗ gymnaſium zu Naumburg, wo er ſein Maturitäts⸗Examen machte. Nachdem er in den preußiſchen Unter⸗ thanenverband aufgenommen war, widmete er ſich dem Studium der Philologie auf den Univerſitäten Leipzig und Halle, darauf ging er ein balbes Jahr zur Aushülfe an die Realſchule 1. O. zu Barmen. Nach Au. ſolvierung des Examens pro faeultate docendi im Juli 1863 machte er ſein Probejahr am Gymnaſium zu Stendal.


