Aufsatz 
Die erste Abiturienten-Prüfung / Chr. Hempfing
Entstehung
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Durch die vorgenannten Anschaffungen wurde die Bibliothek im ganzen um c. 180 Bände vermehrt und stieg die Zahl der Bände der Lehrerbibliothek auf c. 420 und diejenige der Schülerbibliothek auf 650. Bei der Benutzung der letzteren wurde nach dem bisherigen Prinzip verfahren, dass nämlich nur solche Schüler Bücher zum Lesen erhielten, welche in ihrem häuslichen Fleisse keine Veranlassung zur Klage oder zur Bestrafung mit Arrest gegeben hatten. Die Ausgabe der Bücher wurde daher von dem Unterzeichneten selbst geleitet, und wurde er darin von den Secundanern Althaus und Lohmeyer unterstützt. Bücher von nur unterhaltendem Inhalt wurden nur über die Ferien ausgeliehen. Hierbei dürfte die Bemerkung am blatze sein, dass doch die Eltern auch die Lectüre ihrer Söhne überwachen möchten und in der Regel denselben nur an einem oder zwei Tagen in der Woche einige Stunden gestatten, solche Bücher mit mehr unterhaltendem Inhalt zu lesen. Gerade diejenigen Schüler, die oft wegen Nachlässigkeit und Flüchtigkeit zu Klagen Veranlassung geben, sind auf das Lesen von dergl. Büchern sehr erpicht und vernachlässigen nicht nur ihre Schularbeiten, sondern zerstreuen sich auch durch erregte Phantasie, so dass ihnen ein Aufmerken in der Stunde erschwert, wenn nicht unmöglich wird. Es ist ein solches ungeregeltes und übermässiges Lesen gar zu häufig der Grund, wodurch die Schüler in ihrem Aufsteigen in höhere Klassen gehindert werden und weshalb sie das vorgesteckte Ziel nicht rechtzeitig oder gar nicht er- reichen. Möchten die hier ausgesprochenen Rathschläge und Wünsche bei den resp. Eltern Gehör und Berücksichtigung finden, dann würden die Vortheile einer solchen Lectüre erreicht und deren Nachtheile vermieden.

Die schon recht reichhaltige Sammlung an Zeichenvorlagen wurde besonders im Fache des technischen Zeichnens durch 70 Stück Vorlagen aus der anerkannt Ausgezeichetes liefernden Stuttgarter Gewerbehalle vermehrt. Dem verehrlichen Handels- und Gewerbeverein wird hiermit der beste Dank für das sehr brauchbare Geschenk abgestattet. Ferner wurde ange- kauft: Domschke, Wegweiser für den practischen Unterricht im freien Handzeichnen. IV. Abth. und von demselben Verfasser: Der Ornamentenzeichner I., I., II., II., IV. Heft. Ebenso wurden aus dem Nachlasse des Herrn Dr. Hach c. 100 Zeichenvorlagen ausgewählt.

Dem physikalischen Kabinet gingen einige grössere und kleinere Magnete und ein grosser Papierschirm zu optischen Versuchen hinzu.

Der naturhistorischen Sammlung wurden hinzugefügt: Canis vulpes, Fuchs; Mustela foina, Steinmarder; Mustela putorius, Ratz; Pelecanus onocrotalus, Pelecan; Aquila fulva, Stein- adler, sämmtlich ausgestopft; ferner: ein Kameelmodell; ein Karpfenscelet; Crangon vulgaris, gem. Garnele; Anatomie der Weinbergsschnecke; Flustra cupressinea, Blätterkoralle; Sertularia, Blasenpolyp; Lobularia digitata, geſingerte Schwammkoralle; mehrere Seetangarten. Eine ge- ognostische Sammlung von c. 680 Stück und eine kleine oryktognostische Sammlung mit Schrank; sowie 4 weitere Stück Krystallmodelle aus Glas wurden gleichfalls angekauft.

E. Statistische Uebersicht. 1) Schülerbestand während des Schuljahres Ostern 18721873.

VICl. V Cl. IV Cl. III Cl. II. Cl. Summe Schülerfrequenz während des Sommersemesters....... 48 48 34 21 V 17 168 Schülerfrequenz während des Wintersemesters....... 16 144 31 1 16 156

Heimath sämmtlicher Schüler: a) Einheimische, deren Eltern gegenwärtig hier leben.... 37 33 22 13 14 119 b) Auswärtige................. 12 17 14 9 3 5⁵

Confession sämmtlicher Schüler:

4) Ezangelische............. 48 43 33 19 15 156 b) Katholische................ 1 1 1 3 c) Dissidenten................. 1 1 1 3 d) Israeliten.................. 2 5 1 2 2 V 12 174