Aufsatz 
Die Altertumssammlung des Friedberger Geschichtsvereins und ihre Verwertung in der Schule : 1. Teil. Die prähistorischen Altertümer / von Paul Helmke
Entstehung
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4. Die Hallstattzeit. 1

5. Die La Tène-Zeit, die in die Römerzeit einmündet und

neben ihr noch eine Zeitlang herläuft.

Mit Recht aber sagt Hornes(»Die Urgeschichte des Menschen« 1892):»Strenge Scheidelinien zu ziehen wird schwer und immer schwerer. Das entspricht dem natürlichen Hergang der Dinge; nur auf den Höhe- punkten der jeweiligen Kulturphase erscheinen die Charakterzüge der- selben rein und fest bestimmt, gegen die Grenzen hin werden sie schwankend und lösen sich auf.« Ein Kulturabschnitt hört nie mit einem Schlage auf, sondern es finden sich UÜbergänge von einem zum andern, die die besonderen Eigentümlichkeiten beider in grösserer oder geringerer Abschwächung zeigen.

Den einzelnen Kulturabschnitten besondere Zahlen(Jahreszahlen) zuzuweisen, ist wegen der Unsicherheit der Verhältnisse sehr schwierig und wird erst mit dem Aufhören der neolithischen Zeit einigermassen möglich; trotzdem sind die Ansätze dafür namentlich infolge der Ver- schiedenheit der für die Berechnung zu Grunde gelegten Massstäbe und der klimatischen Abweichungen(Skandinavien Mitteleuropa Süd- europa) sehr schwankend. Soviel aber lässt sich sagen, dass die palä o- lithische Zeit diejenige der uns bekannten Menschen überhaupt, die Zeit der Höhlenbewohner und des Mammuts, geologisch ausgedrückt des Diluviums ist. Es ist jene Periode der Menschheit, in welche noch die Eiszeit hineinreicht, und welche nordische Flora und Fauna auf- weist. Ausser einem kleinen Stück eines Tierknochens besitzt das Mu- seum noch nichts aus dieser Zeit; das ist auch nicht wunderbar, wenn man bedenkt, dass der paläolithische Mensch seine Wohnung in Höhlen sucht. Diese finden sich aber besonders in kalkhaltigen Gebirgen(Jura), während sie im Taunus fehlen. Aber wir sind auf den Spuren dieser Zeit, wenn wir die gewaltigen Gletscherschliffe betrachten, welche in Bad Nauheim in der Nähe des grossen Sprudels gefunden und aufge- stellt sind und uns an die Zeit gemahnen, wo die Senke zwischen Winter- stein und Johannisberg ein riesiges Gletscherbett bildete. Auch in Ockstadt am Ober-Mörler Wege liegen noch grosse Gletschergeschiebe. Al) Material für seine rohen, ungefügen Werkzeuge besass der paläo- litische Mensch nur den Stein(geschlagene Feuersteine), Knochen und Holz.

Wie lange diese Periode gedauert hat und wie der UÜbergang in die sogenannte neolithische Zeit vor sich gegangen ist, ist unaufgeklärt. Aber wir finden in der nun folgenden neolithischen Zeit ein ge- mässigtes Klima in Deutschland mit den ihm zugehörigen Tieren und Pflanzen und einen sesshaften, Land- und Weidewirtschaft treibenden