Gymnasialdirektors Professor Dr. Goldmann und des Gemeinde-
rats G. Falck, verfolgt als seinen Hauptzweck die Erweckung und Förderung des historischen Sinnes seiner Mitglieder und der Be- wohner der Stadt. Unter den mancherlei Mitteln nun, die dieser Ab- sicht dienen, nimmt die Altertumssammlung eine besondere Stellung ein. Denn abgesehen davon, dass sie durch Rettung und Erhaltung der dort aufgestellten Gegenstände der Zerstörung und Vernichtung vieler uner- setzlicher Dinge entgegenarbeitet, will sie der Anschauung dienen; soviel das gesprochene und geschriebene Wort die Wertschätzung des Historischen fördern kann, so stark wird doch erst dann seine Wirkung, wenn es durch die Anschauung unterstützt wird. Diesen Gedanken wussten die Gründer und andere Mitglieder des Vereins bald in die Tat umzusetzen, zumal da die Erinnerung an den schmerzlichen Ver- lust der reichen Dieffenbachschen Sammlungen, die in das Darmstädter Landesmuseum und nach Frankfurt wanderten, sie antrieb, diesen Aus- fall wenn auch nicht zu ersetzen, so doch wenigstens minder drückend zu machen. Freilich stellten die geringen Mittel, die zur Verfügung standen, sowie die Unkenntnis der Finder, die oft nicht wussten, was für Wert die Fundgegenstände hatten, der trefflichen Absicht einen hohen Damm entgegen; aber der gute Wille der Beteiligten und ihre uner- müdliche Betriebsamkeit half über alle Schwierigkeiten hinweg, und bald war ein kleiner Grundstock vorhanden.
Aber ein unüberwindliches Hindernis bildete die Platzfrage; die alten Räume der Augustinerschule, weit entfernt, die Sammlung auf- nehmen zu können, waren sogar für ihren eigentlichen Zweck schon seit Jahren zu klein, und wenn auch eine Zeitlang einige Räume auf der Burg benutzt werden durften, so dauerte das doch nur eine kurze Weile, und bald fand die kleine Sammlung in Schränken, auf Speichern und in der Obhut einiger Mitglieder ein frühzeitiges Grab. Da nahm der Gedanke an einen Neubau der Grossh. Augustinerschule in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts eine festere Form an, und Goldmanns ganzes Streben richtete sich nun darauf, hier für sein Schmerzenskind, die Alter- tumssammlung, eine Heimstätte zu schaffen, wo es fröhlich aufwachsen konnte. Diesem Wunsche willfahrte die Stadtverwaltung in entgegen- kommendster Weise und bestimmte zwei Räume des Baues zum aus- schliesslichen Gebrauch für die Zwecke des Museums: Als im Jahre 1901
D“ Friedberger Geschichtsverein, eine Schöpfung des verstorbenen


