Aufsatz 
Materialien zur Herodotlektüre mit Rücksicht auf verwandte Gebiete und im Sinne des erziehenden Unterrichts : 2. Teil
Entstehung
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K. 84 96.

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konnte deswegen Vertrauen einflössen; er war begeistert und konnte begeistern.

Vom Hauptspiel berichten die Kapitel 84 96. Zur vor- läufigen Unterweisung sei folgendes vorausgeschickt: 1. Ein militärisch genaues Bild von dem Gang der Schlacht gibt Herodot nicht. 2. Herodot spricht nur von der Aufstellung der Flotten, von dem Beginn des Kampfes und geht dann sofort zur Feststellung des Ergebnisses über mit Hinzufügung einer ganz allgemein gehaltenen Kritik über das beiderseitige Verfahren(Kap. 83 86). 3. Alle weiteren Berichte des Herodot (K. 87 96) beschäftigen sich mit einzelnen Episoden aus der Schlacht. 4. Vermutlich hat sich die Schlacht bald in lauter Einzelkämpfe aufgelöst. 5. Die Jonier folgen der Aufforderung des Themistokles(vgl. Kap. 22) weitaus zum grössten Teil nicht. 6. Dass die Athener nach Besiegung der Phönizier den Peloponnesiern gegen die Jonier geholfen haben, lehrt eine Schlussfolgerung aus Kap. 85 in Verbindung mit Kap. 90. 7. Die Athener und die Aegineten waren die kühnsten und leistungsfähigsten Seeleute in dieser Schlacht.

Mit der Aeschyleischen Darstellung der Schlacht wird der Schüler am Schluss des ganzen Abschnittes im Zusammenhang bekannt gemacht werden. Jetzt werden nur Einzelheiten herangezogen, die wir bei der Sacherklärung zur Ergänzung des Herodotischen Berichtes benötigen.

Der Schüler ist durch die Lektüre von Caesars bellum gallicum an klare und bestimmte, umfassende, aber leicht übersichtliche Schlachtenberichte gewöhnt. Bei Herodot muss er darauf verzichten. Für die Schlacht bei Salamis bietet er wohl eine lange Reihe von lehrreichen Einzelheiten, aber den Entwurf eines in sich abgeschlossenen Gesamtbildes suchen wir vergebens. Es ist eben die für Herodot charakteristische Freude am Erzählen und Schildern in zwangloser Folge und gemütlicher Ruhe, welche sich auch hier wieder geltend macht und die nahe Verwandtschaft Herodots mit Homer bekundet. Ein merkwürdiges Zusammentreffen liegt darin, dass auch der Gegenstand selbst an die homerischen Kämpfe erinnert. Denn Einzelkämpfe leiten die Schlacht ein, erst allmählich wird der Angriff allgemein(84). Dass die Schlacht an einem sonnen- klaren Tage, nicht etwa bei trübem, regnerischen Wetter stattgefunden hat, berichtet Aeschylus, ebenso spricht er von Furcht verratender Verblüfftheit der Perser beim Anblick der kampfbereiten griechischen Flotte. Sie fühlen sich nach Aeschylus als das Opfer einer Täuschung; wohl aber verrät nach ihm heller Zuruf, stolzer Schlachtgesang und Kriegs- drommetenschall auf Seiten der Griechen Mut und Tatendrang.