Auch die bei Späteren(Cicero, Diodor, Plutarch) sich findenden clakonischen Außerungen bringe man hier an. Ob sie historische Wirklichkeit sind oder nicht, ist gleichgültig. Wir müssen da denken, wie die alten Griechen selbst gedacht haben. Diese Be-
merkungen treffen die innere Wahrheit, und das ist es, awas fesselt und befriedigt.
Die Kapp. 229— 232 sind unter demselben Gesichtspunkt zu R. 229 betrachten, wie Kap. 226. Auch da offenbart sich uns die Eigenart“*. des Spartanervolkes in seinem ganzen Fühlen und Denken, nur auf einem anderen Gebiet. Aus der Behandlung des bedauerns- werten Aristodemus können wir uns eine Vorstellung davon machen, wie streng der militérische Ehrbegrih' in Sparta ausgebildet war und wie unerbittlich man danach verfuhr.
Der Inhalt von Kap. 228 läßt sich zusammenfassen in dem K. 228. Worte aus Schillers«Spaziergang':«Eurer Thaten Verdienst meldet der rührende Steinꝰ. Wir sehen hier die Litteratur im Dienste des Vaterlandes(vgl. Vergil, Horaz, Walther von der Vogelweide, Arndt, Körner, Rückert u. s. w.). Außer der bekannten Wiedergabe des .6 Esty, Aνety etc. in Schillers«Spaziergang mache man noch auf die herrlichen, schwungvollen Worte in Theod. Körners Auf das Schlachtfeld von Aspern» Strophe 6(Leyer und Schwert) auf- merksam, wo es heißt:
«In dem blutigen Thal der Thermopylen, «Wo der Griechen freie Scharen fielen,
«Grub in Marmor ihrer Brüder Danx: «ᷣTanderer! sag's den kinderlosen Ellern, «Daß fürs Faterland auf diesen Feldern «Spartas kühne Heldenjugend sank!*
Daß wohl gerade die edelsten unter den deutschen Freiheits- kämpfern, wie beispielsweise ein Theodor Körner, aus dem ewig nachahmenswerten Vorbild der Griechen Mut und Kraft in reich- stem Maße geschöpft haben werden, ist ein Gedanke, der hier un- möglich unerwähnt bleiben darf.
Mit den von Herodot selbst mitgeteilten Epigrammen begnüge man sich übrigens nicht. Man mache die Schüler mindestens noch bekannt mit dem kraftvollen und tiefempfundenen Enkomion des Simonides Tov&y GHOnNat« davévtevs arN., das in der Uber- setzung lautet:
«Die ihr erlagt in den Thermopylen, Im Tode gewannt ihr das herrlichste Los. «Ein Altar ist das Grab euch, Gedächtnis die Trauer «Und die Klage Triumphlied. Dies Heldenmal decht nimmer das Moos «Mit Vergessenheit zu, Noch tilgt es die Allverderberin Zeit. 6*


