K. 25.
K. 27 bis 29. K. 38 u. 39.
Eine für die Völkerkunde wertvolle Bemerkung finden wir in Kap. 23. Bei der Durchstechung des Athos sind die Phönizier die intelligenlesten Techniker; bei jeder Gelegenheit zeigen sie ihre Uber- legenheit(oi Toinrues 5o†H Ey rs roet AANott EOt ArοdsvCat za* h νπν ĩέν ⁸ννπανρρ). Vgl. auch die Anerkennung ihrer Seetichtigkeit Kap. 44.
Unsere besondere Aufmerksamkeit erregt auch die Anlegung von Magazinen.(Kap. 25.) Schon die Perser sagten sich also, daß man sich auf das allein, was das durchzogene Land bietet, nicht verlassen könne; sie kannten den Wert ausreichender Truppen- verpflegung. Bei alledem haben sie sich verrechnet.(Hinweis auf die in der Truppenverpflegung liegende Hauptschwierigkeit in den modernen Kriegen.)
Zu der Erzählung der Pythiusgeschichte in Kap. 27— 29 nehmen wir vorgreifend auch Kap. 38 und 39. Ein eigenartiges Situationsbild wird hier entworfen.
Hauptquartier in dem Schlosse eines überreichen, mit seinen Schätzen prunkenden Mannes. Unsere Phantasie malt sich den Herrensitz nach seinem Umfang, nach dem Reichtum an Kunst- schätzen und Kuriositäten, nach den Feinheiten der Speisen und Getränke, den Darbietungen origineller Vergnügungen, dem Vor- handensein schattiger Kunstgärten, dem Aufgebot einer zahlreichen, streng abgestuften Dienerschaft zum bpischen Bild einer üppigen orientalischen Lebensführung aus.
Auch in kunstgeschichtlicher Beziehung ist Kap. 27 nicht ohne Interesse. Es enthält eine Notiz über die Geschichte«des» goldenen Platanenbaumes und ædes» goldenen Weinstochs. Sie waren ein Werk des Theodorus von Samus, eines Zeitgenossen des Krösus. Theodorus war Erzgießer, Goldschmied und Verfertiger künstlich verzierter Geräte und Gefäße. ¹) Auch ein goldenes Mischgefäß hatte er dem Krösus verfertigt.
Die beiden oben genannten Kunstwerke gehörten förmlich zu den Reichskleinodien des persischen Königshauses; sie waren die Wahrzeichen der persischen Herrschaft und wurden als die pracht- vollsten Besitztümer des großen Königs angestaunt. Etwas Groß- artigeres sowohl mit Rücksicht auf die Kostbarkeit des Stoffes als in Hinsicht der künstlerischen Ausführung hatte die Welt vorher nicht gesehen. Gewöhnlich standen sie im Schlafzimmer des Großkönigs. An Audienztagen wurden sie in den Empfangssaal gebracht. Von dort aus verbreitete sich der Ruhm ihrer Schön- heit durch die ganze Welt. Neben dem Thronsessel waren sie auf- gestellt. Das reiche Blätterwerk der Platane, die smaragdenen und rubinenen Trauben zwischen den vollen Zweigen des Weinstocks
¹) Vgl. Overbeck, Gesch. d. gr. Plastik, 4. Aufl., S. 80.


