Aufsatz 
Materialien zur Herodotlektüre mit Rücksicht auf verwandte Gebiete und im Sinne des erziehenden Unterrichts : 1. Teil
Entstehung
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Artabanus hat viele Gesinnungsgenossen im Rate der Perser. Daher ihre Freude über die spätere, wenn auch vorübergehende Meinungsänderung des Xerxes(Kap. 14). Bezeichnend ist, daß nichtsdestoweniger keiner auch nur den schüchternsten Versuch macht, wenn auch nicht dem Artabanus sich direkt anzuschließen, so doch zwischen ihm und Xerxes zu vermitteln.

Auch daß Xerxes in seiner scharfen Entgegnung Spott und Hohn unterlaufen läßt, macht die Gereiztheit seiner Stimmung deutlich erkennbar. Sein Eigendünkel findet ferner, wie wir hier sehen, eine mächtige Förderung durch seinen stark ausgeprägten Ahnensfolz(bh ay r Aapsion oo TrAo«g o ApSAo«c ro Apiaν etc. etc. Hr Tiυρμρνναe(νάε Aναέοοσπσ.

Man vergleiche damit die in bekanntem Zusammenhang ge- sprochenen Worte des Cyrus(Xen. An. I, 7, 9), die beim Aufbau von dessen Charakteristik in IIb nicht außer acht zu lassen sind: Ny Al, stasp ſs Aapsioo zal IIaßoedttdo« ort at-, S.s d As*.ꝓροσ, CDr Aget rapr, 5/ 1oHars. Auch bei Cyrus ist der Familienstolz sehr entwickelt. Sonst stets gewohnt, bloß haßerfüllte Außerungen über seinen Bruder zu thun, vermag er nur im Zu- sammenhang mit dem Gedanken an gemeinsame Abstammung eine für seinen Bruder rühmenswerte Erwartung auszusprechen, nämlich die tapferer Gegenwehr.

Kap. 12 und 13 nehmen wir noch hinzu. Sie sind didaktisch

wertvoll, insofern sie beweisen, daß Vernunftgründe, klar und

nachdrücklich vorgetragen, selbst auf einen von früh auf in der Uppigkeit des Palastlebens verzogenen und durch die schmeichelnde Nachgiebigkeit der ganzen Umgebung arg verwöhnten jungen Des- poten nicht ohne Wirkung bleiben. Das Unerwartete geschieht. Des Artabanus Warnungen sitzen wie ein Stachel in Xerxes Herzen; er ist zum Entschluß gekommen, den Feldzug aufzugeben; er leistet sogar Abbitte bei Artabanus. Doch es ist nur eine vorübergehende Anwandlung, die bessere Einsicht muß dem Dünkel weichen. Ein Traumgesicht entscheidet. Also Wankelmut, Unselbsttindigkeit und abergläubische Gesinnung gewinnen wir als drei weitere Linien zu dem Charaktergemälde des Xerxes.

Den Inhalt des Folgenden bis Kap. 19 erzühlen wir den Schülern in Form der Berichterstattung. Die darin vorkommenden Einzel- heiten lassen die unmännliche Gesinnung des Großkönigs im rechten Licht erscheinen. Das Komische der Situation wird seine Wirkung auf die Schüler nicht verfehlen. Auch Artabanus steht bei all seiner Kap. 16 entwickelten verhältnismäßig rationalistischen An- schauung unter dem Bann des Traumglaubens.

Unser Interesse wird von dem inneren Gefühlsleben mit seinen 1. Konftikten auf die Vorgänge der äußeren Welt gelenkt. Wir bewundern die an Größe noch nie dagewesenen Rüstungen. Es gilt keinen