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Miltiades war durch seinen zwanzig Jahre langen Aufenthalt im Ausland erfahren und weltklug geworden, kriegstüchtig und unternehmend. Er hatte einen weiten Blick; unüberwindliche Ge- fahren und Schwierigkeiten kannte er nicht. Ans Führen und Herrschen war er gewöhnt und deswegen für die ihm zugedachte Rolle wie geschaffen. Er prauchte sich nicht erst einzuleben. Er war die treibende Kraft vor, bei und nach der Schlacht.
Wir sehen auch hier den Satz bestätigt, daß der Aufschwung eines ganzen Vollces geiwwöhnlich nur auf die Anregung und Thätigkeit einzelner Männer zurückzuführen ist(vgl. Themistokles bei Salamis, Scipio im Rate der verzweifelten Aristokraten in Canusium, Liv. XXII, 53, Gneisenau, Bismarck u. a.). Miltiades giebt die Entscheidung durch seine hinreißenden Worte an den hochherzigen Kallimachus, die in dessen patriotischem Sinn den erfreulichsten Anklang finden.
Auf entscheidenden Stufen der Handlung führt Herodot seine Helden redend ein. Auch hier geschieht es, um den bedeutenden Mann näher zu kennzeichnen. Deshalb hat Herodot der Ansprache des Miltiades eine der eigenartigen Persönlichkeit ganz entsprechende Färbung gegeben. Aus seinen Worten weht ein starker Hauch von soldatischer Kraft und Entschlossenheit. Ein klares Bild seiner Persönlichkeit entrollt sich vor unseren Augen. Bei aller Be- sonnenheit ist«fortes fortuna iuvat» des Miltiades Losungswort.
Die kurze, aber inhaltsvolle Ansprache an Kallimachus weist folgende Hauptgedanken auf: 1) Die Zukunft des Vaterlandes hängt von dir ab. 2) Niemals war Athen und Griechenland in einer größeren Gefahr wie jetzt. 3) Doch ist uns der Sieg gewiß, wenn es nur erst zur Schlacht kommt. 4) Dazu fehlt im Kriegsrat noch eine Stimme, die deinige. 5) Die bedenkliche Stimmung einer gewissen Partei mahnt zur That. 6) Schenke mir dein Vertrauen und stimme wie ich. 7) Unsterblicher Ruhm wird dein Lohn sein.
Die dispositive Inhaltsangabe einer Reede, wie überhaupt jeder dazu passenden kleineren oder größfleren Einheit, ist ein vorzügliches Mittel Ffür die geistige Gymnastilc. Sie schärft den Verstand, prüft und läutert das Verständnis, erzieht zur Gründlichkeit und vermittelt die Aneignung derjenigen Kenntnisse, die das unmittelbare Ergebnis des Sachunterrichts sind. Zugleich liegt in den Disponierübungen eine äußerst wirksame Unterstützung des deutschen Unterrichts.
Wenn der ganze Abschnitt, die Schlacht bei Marathon dar- stellend, zur Gewinnung eines Gesamteindruches gelesen ist und wir zur Betrachtung und Würdigung des Einzelnen schreiten, dann wird uns Kap. 109 Veranlassung geben, dem Schüler noch eine andere, mehr sprachliche Aufgabe zu stellen. Es kommt darauf an, etwas zu entdecken, auffallend zu finden, einen Unterschied zu suchen


