Aufsatz 
Ein Beitrag zur Behandlung der deutschen Literaturgeschichte in den höheren Schulen / von Carl Heinze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Ill. Nach Karl dem Großen.

Geistliche Dichtung. Stabreim: Wessobrunner Gebet. Muspilli(nicht ein- heitlich). Heliand ca. 830 von einem Sachsen. Hs. Monacensis) C(ottonianus). Vſaticanus) mit Bruchstücken einer Genesis von einem jüngeren Dichter.

Endreim. Kleinere Sachen vor Otfried aus Speier, lebt 804 20 in Fulda. 864 Beendung der Evangelienharmonie(Krist).

Weltliche Dichtung. Unter den Ottonen wieder lateinisch: Waltharius manu fortis(Schulübung Ekkehards I. erh. in der Bearb. Ekkehards IV. nach alten deutschen Liedern ca. 920, St. Gallen. Roswitha v. Gandersheim, 968. Lobgedicht auf Otto I. Legende von Theophilus. Dramen nach Terenz. Tiersage(niederländisch Reinaert des Nivardus); Reinartus, Heinrich der Glichesäre.

Prosa nur lateinisch, seit 1050, St. Gallen. Notker I.(Balbulus. Monachus San- gallensis, Vita Caroli Magni). Notker III. Labeo od. Theutonicus 1022. ÜUber-

setzungen: Aristoteles. Psalmen. Williram v. Ebersberg, 1085. Paraphrase des hohen Liedes.

Mittelhochdeutsche ꝛZeit. I. 12. und 13. Jahrhundert.

A. Vorbereitungszeit. Neben lateinischer Dichtung allmählich wieder deutsche: geistliche, didaktisch- satirische, Legenden, dann zwei Richtungen: 1. Weltliche Epen von Geistlichen: Annolied 1105;(Ausgabe von Opitz). Kaiserchronik 1151.

Bereits unter frz. Einfluß, Rolandslied des Pfaffen Konrad(1130), Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht(1150).

2. Spielmannsdichtung: König Rother. Herzog Ernst u. a.

B. Blütezeit.

Höfisches Epos seit Mitte des 12. Jahrh. Einfluß der bei den Franzosen gepflegten normannisch-keltischen Dichtung(Artusroman, Gralsage).

Heinrich von Veldeke(1184 Mainzer Reichsfest), Eneit.

Hartmann von Aue(Ministeriale aus Schwaben 1190 1205). Erek, Gregorius, Iwein, Der arme Heinrich.

Gottfried von Straßburg(bürgerlich?), Tristan und Jsolde(unvollendet).

Wolfram von Eschenbach(Ritter aus Franken) Parzifal 1200 15. Titurel. Willehalm.

Volksepos, gleichfalls in ritterlichen Kreisen entstanden und nicht ins Volk gedrungen, aber volkstümlich wegen der Wahl des Stoffes und Ausbildung eines nationalen Stiles.