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durchgemacht habe. Hiernach verſtand man in allen Handwerken unter dem Durchmachen einer Schule, daß der betreffende junge Mann ſein Handwerk unter einem Meiſter zunftmäßig erlernt habe, welcher Ausdruck übrigens ſchon früher für die Hand⸗ werke, welche zunftmäßig beſtanden, gebräuchlich war. Brachte z. B. ein Vater ſeinen Sohn als Lehrling zu einem Schloſſer, mit dem Wunſche, bei dem Meiſter ſeine Schule für das Schloſſerhandwerk durchzumachen, und übernahm ihn dieſer; ſo befand ſich der Sohn in einer wirklichen Schule. Der Meiſter, ununterbrochen in der Werkſtatt unter ſeinen Geſellen und Lehrlingen arbeitend, lehrte denſelben in der Wirklichkeit nach allen Richtungen conſtruiren und alle mechaniſchen Fertig⸗ keiten ſich aneignen, ſo daß die Werkſtatt eine Schule in der höchſten Bedeutung des Wortes war. Nehmen wir an die Stelle des Schloſſers den Tiſchler oder Zimmermeiſter, im Unterrichte mit ſeinen Untergebenen beſchäftigt, verfolgen wir ſeinen Unterricht, welchen er z. B. über das Holzſtechen ertheilt, wie er jedem ein Stückchen Holz mitgibt, um ſich während des Sonntags im Holzſtechen zu üben, wie er bei jedem Einzelnen ſeinen Unterricht auf die Kenntniſſe und Fertigkeiten ſtützt, die der Zögling bereits beſitzt, ſo müſſen wir geſtehen, daß der Lehrling nach der Lehrzeit eine Schule durchgemacht hatte, denn er war vollſtändig mit dem Zimmer⸗ oder Tiſchlerhandwerk ver⸗ traut. Stellen wir an die Stelle des Schloſſers den Weiß⸗ binder, malend an die Wand mit ſeinen Lehrlingen und Geſellen, und es wird deutlich ſeyn, was früher darunter verſtanden wurde, in einem Handwerke eine Schule durchmachen, und daß früher von einem Schloſſer mehr verlangt wurde als feilen können, von einem Tiſchler mehr als leimen und von einem Weißbinder mehr als Schablonen ſchneiden. Darum bekümmerte man ſich
übrigens nicht, ob der Schloſſer, Tiſchler, Weißbinder noch
viele andere Dinge gelernt hatte und etwa auch ganz gelehrt


