Aufsatz 
Das Verhältnis von Goethes "Romeo und Julia" zu Shakespeares gleichnamiger Tragödie / von G. R. Hauschild
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

Nun geleiten den Scheidenden unser herzlicher Dank und unsere herzlichen Wünsche. Möge Ihr Lebensabend lang und friedlich sein wie die Sommerabende in unserer schönen Mainstadt, und mögen Sie noch lange Jahre die Saat wachsen und reifen sehen auf dem Acker, den Sie in der Hitze des Tages mit uns bestellt, auf dem Sie uns die Furchen vorgezogen haben!

Der Berichterstatter überreichte sodann Herrn Professor Dr. Römer die Insignien des ihm beim Scheiden aus dem Amte verliehenen Roten Adler-Ordens IV. Klasse.

Herr Oberlehrer Dr. Ziehen, der vom 1. April 1901 bis zum 31. März 1906 beurlaubt gewesen war, um als Lehrer der Kaiserlichen Prinzen tätig zu sein, trat mit Beginn des Sommerhalbjahrs wieder in das Lehrerkollegium des Goethe-Gymnasiums ein.

Im Verlauf des Berichtsjahres sind drei Herren neu in unser Lehrerkollegium eingetreten oder ihm dauernd eingereiht. Uber ihren Lebensgang berichten sie folgendes:

Konrad Friedrich Adami, geb. im August 1877 zu Damm bei Aschaffenburg, besuchte die Volks- schule, die Realschule und darauf das Gymnasium zu Worms, studierte von Ostern 1896 ab in Gießen klassische und romanische Philologie, promovierte mit der Abhandlung: De poetis scaenicis Graecis hymnorum sacrorum imitatoribus und legte Herbst 1900 das Staatsexamen ab. Er wurde dann dem pädagogischen Seminar am Neuen Gymnasium zu Darmstadt zugewiesen und war von Anfang 1901 ab vorübergehend an den Gymnasien zu Offen- bach a. M., Worms, Darmstadt und von Ostern 1902 ab in Laubach tätig; Ostern 1906 trat er an das Goethe- Gymnasium über.

Paul Alfred Lattau wurde im September 1880 zu Horath im Kreise Schwelm(Westfalen) geboren; er be- suchte das Gymnasium zu Barmen, das er Ostern 1899 mit dem Zeugnis der Reife verließ. Darauf studierte er an der Universität Bonn Mathematik, Physik und Erdkunde und bestand die Staatsprüfung am 21. Februar 1903. Nach- dem er das Seminarjahr am städt. Gymnasium nebst Oberrealschule zu Bonn, das Probejahr am dortigen Königl. Gymnasium abgeleistet hatte, wurde er am 1. April 1905 zum Oberlehrer am städt. Realgymnasium zu Dortmund ernannt. Am 1. April 1906 wurde er als Oberlehrer an das Goethe-Gymnasium berufen.

Carl Friedrich Wirtz wurde geboren im April 1878 in Saarunion(Unter-Elsaß); er besuchte von 1887 bis 1891 die Lateinschule in Chäteau-Salins(Lothr.) und von 1891 bis 1896 das Kaiserl. Lyceum in Metz. So- dann studierte er in Straßburg i. Els. Mathematik und Physik, promovierte 1899 und bestand im Mai 1900 die Staatsprüfung. Von Juni 1900 bis Herbst 1901 war er als Probekandidat und dann als wissenschaftlicher Hilfs- lehrer an der Oberrealschule in Metz tätig. Vom 1. Oktober 1901 bis 30. September 1902 genügte er seiner Militärpflicht in Straßburg i. Els. und wirkte dann vom 1. Oktober 1902 bis 1. April 1904 als Oberlehrer an der Oberrealschule zu Crefeld, von wo er als Oberlehrer nach Frankfurt berufen wurde. Wissenschaftliche Arbeit: Die Steinersche Hypocycloide.(Inaug.-Diss. Straßburg, 1900.)

Zu militärischen Ubungen waren in diesem Jahre die Herren Oberlehrer Dr. Vilmar und Oberlehrer Dr. Wirtz einberufen; ihre Vertretung wurde teils durch das Kollegium, teils durch die Mitglieder des päda- gogischen Seminars bewirkt.

Schwer gelitten hat der Unterricht durch vielfache, zum Teil längere Erkrankungen von Mitgliedern des Lehrerkollegiums. Den Herren Kandidaten des pädagogischen Seminars sage ich auch an dieser Stelle für die treue und bereitwillige Hilfe, die sie bei der Vertretung der behinderten Kollegen der Anstalt geleistet haben, meinen herzlichen Dank.

Ein wackerer und hoffnungsvoller Schüler der Anstalt, Ludwig Rosenau, verließ Anfang Dezember das Goethe-Gymnasium, um sich einem praktischen Berufe zuzuwenden; leider wurde er schon am 17. Februar dieses Jahres durch einen plötzlichen Tod seinen Eltern entrissen. Die Unterprima b, der er zuletzt angehört hatte, gab ihm das letzte Geleit.

Zur Erinnerung an ihren am 9. September 1905 so plötzlich dem Leben entrissenen Sohn Hugo stiftete Frau F. Keßler die Nachbildung einer Reliefplatte des Parthenonfrieses, einen jugendlichen Reiter dar- stellend. Darunter steht zu seinem Gedächtnis die Inschrift:

IN MEMORIAM. HUGONISKESSLER. 0 BIIT.V.· ID.SEPT. A. MDCCCCV. AETATIS. SVAEAXIX.