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Bei den Wettkämpfen der höheren Schulen hiesiger Stadt, die am 14. September 1898 stattfanden, erwarben die Schüler unserer Anstalt Wolfgang von Fabricius(Iz), Hans Trommershausen(I2), Max Ritter(Il), Fritz Wüstner(Iz) und Constantin Wulff(I') den ersten Preis im Staffettenlauf. Außerdem erhielt von Fabricius im Pentathlon der Schüler unter 17 Jahren den ersten Preis, Wilhelm Ceelen(IIz) den achten Preis, Constantin Wulff im Pentathlon der Schüler über 17 Jahre den vierten und Fritz Wüstner den siebten Preis.
Am 15. und 16. September unternahmen die Schüler der oberen Klassen unter Leitung des Direktors und der Herren Prof. Dr. Roemer, Oberlehrer Dr. Wirth, Oberlehrer Dr. Winneberger, Oberlehrer Zint und Thielmann eine zweitägige Turnfahrt. Die Fusswanderung ging von Butzbach über den Hausberg und Brandoberndorf nach Braunfels und von dort über die Dianaburg und Greifenberg nach Herborn, von wo der Zug uns am Abend des zweiten Tages zurückführte. Der Weg, der vorher von Mitgliedern des Lehrerkollegiums ausgekundschaftet war, führte fast ununterbrochen durch die herrlichsten Waldungen des östlichen Taunus und Westerwaldes. In Braunfels fanden unsre Schüler freundliches Quartier in Bürgerhäusern. Die Fahrt war von dem ungetrübtesten Wetter begünstigt.
Die Schüler der übrigen Klassen machten unter Leitung ihrer Herren Ordinarien am 15. September einen Ausflug in den Odenwald.
Am Kaisersgeburtstage hielt Herr Oberlehrer Dr. Liermann die Festrede über„General von Werder“. Anknüpfend an die Bedeutung des Tages gab er ein formvollendetes und fesselndes Bild der Persönlichkeit des Mannes und seiner Thaten.
4. Die Durchführung des Frankfurter Lehrplanes.
Im Laufe des Schuljahres ist nunmehr auch die griechische Satzlehre erschienen(s. Progr. 1898 S. 27), und zwar zusammen mit der Formenlehre des Herrn Professor Dr. Roemer(s. S. 20). Damit ist die Auf- gabe zum Abschluß gebracht, die im Programm von 1894(S. 46 ff.) gestellt war, nämlich völlig übereinstimmende Satzlehren für die im Gymnasium obligatorisch gelehrten fremden Sprachen herzustellen.
Die deutsche Satzlehre, von Herrn Dr. Prigge redigiert(s. Progr. 1898 S. 27), ist im Druck und wird vielleicht noch zu Beginn des neuen Schuljahres erscheinen; sie wird die Grundlage zur Darstellung bringen, auf der die fremdsprachlichen Satzlehren aufgebaut sind.
Nach Vollendung dieser Arbeit haben wir für die grammatische Unterweisung ein einheitliches festes Lehrgebäude, das alle Sprachen umfaßt. Dieselbe Art der Erklärung und dieselben Ausdrücke werden überall verwandt. Auf Übereinstimmung und Abweichung zwischen den sprachlichen Erscheinungen der neu zu lernenden und der bereits bekannten Sprache wird, so weit es möglich ist, an den zutreffenden Stellen verwiesen.
Daß die Gliederung des Stoffes nicht auf den Wortarten, sondern auf dem Wesen des Satzes ¹) beruht, erhöht die Ubersichtlichkeit und fördert das Verständnis. Es ist wohl keine Täuschung, wenn wir annehmen, daß wir einen Teil der Erfolge unseres Sprachunterrichts dieser Einheitlichkeit der grammatischen Unterweisung verdanken.
Die oberste Klasse nach dem Frankfurter Lehrplan steht nunmehr vor dem Übergang in die Unterprima. Wir glauben der Zustimmung der Fachmänner sicher zu sein, die in der letzten Zeit unsere Anstalt besucht haben, wenn wir aussprechen, daß im Lateinischen unsere Schüler, was inneres Verständnis und Beherrschung der Form betrifft, nicht zurückstehen hinter den Schülern der entsprechenden Klasse anderer Gymnasien. Besonders erfreulich hat sich in diesem Jahre der Unterricht im Griechischen entwickelt. Es wurden 4 Bücher Anabasis gelesen, sodann ein recht bedeutender Teil der Odyssee und endlich diejenigen Partien der Hellenika, die wegen ihrer Bedeutung Berücksichtigung in der Klassenlektüre hauptsächlich verdienen(s. S. 10). Daß bei
*) In einigen Kritiken ist uns untergelegt worden, wir hätten die lateinische Satzlehre auf der„franzö- sischen“ aufbauen wollen. Dieses wunderliche Mißverständnis hat wohl nur darin seinen Grund, daß zuerst die französische und dann die lateinische Satzlehre erschienen ist. Das System, das für alle Satzlehren maßgebend sein sollte, stand vor der Abfassung der erstgenannten fest auf Grund eingehender Beratungen im Lehrerkollegium; es ist im wesentlichen dasselbe, wie es in der allgemeinen deutschen Satzlehre angewandt wird. Dies ist an den verschiedensten Stellen deutlich genug ausgesprochen(Progr. 1894 S. 48; Vorwort zur lat. Satzl. S. I; Progr. 1898 S. 27 u. a. O.).
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