Aufsatz 
Beiträge zu einem Quellenlesebuche für die Kirchengeschichte
Entstehung
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III. Chrronik.

l. Veränderungen im Lehrerkollegium. Todesfall.

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres, am 18. April 1898, wurden die beiden neuberufenen Kollegen. die Herren Oberlehrer Dr. Oskar Winneberger und Dr. Franz Wünnen berg, in ihr Amt eingeführt. Der erstere hat bereits im vorjährigen Programm über seinen Lebensgang Auskunft gegeben(S. 24); der letztere berichtet Folgendes:

Franz Wünnenberg, Sohn des verstorbenen Amtmannes Emil Wünnenberg, kath. Konf., ge- boren den 9. Februar 1861 zu Warendorf in Westfalen, besuchte zuerst das Gymnasium in Hildesheim, dann in Münster, woselbst er Ostern 1880 die Reifeprüfung bestand. Dann studierte er in Münster und Marburg Mathe- matik, Naturwissenschaften und Französisch, erwarb sich an letzterer Universität auf Grund seiner Dissertation Über einige bemerkenswerte Eigenschaften der Cissoide im Sommer 1884 die philosophische Doktorwürde und ging dann nach Paris. Nachdem er im Sommer 1886 in Marburg das Staatsexamen bestanden hatte, legte er von Michaelis 1886 bis Michaelis 1887 an der Realschule in Köln das Probejahr ab, brachte die Jahre 1888 und 1889 in Frankreich, das Jahr 1890 in England zu und besuchte nach seiner Rückkehr die Turnanstalt in Berlin. Bis zu seiner definitiven Anstellung im Jahre 1895 am Gymnasium in Duisburg war er als Hilfslehrer in Köln und Wesel beschäftigt. Außer seiner Dissertation sind von ihm mehrere Abhandlungen in Eulers Encyclopaedie des Turnens erschienen.

Zu gleicher Zeit begann Herr August Reitz sein Probejahr an unserer Anstalt, das er mit dem Schluß dieses Schuljahres vollenden wird.

Michaelis 1898 verließ uns Herr Oskar Bosing nach Beendigung des Probejahrs; Herr Dr. Karl Hahn trat zur selben Zeit sein Probejahr an.

Von den beiden Oberlehrerstellen, deren Errichtung infolge von Klassenteilungen notwendig geworden ist(s. S. 20, 5), ist die eine dem bisherigen Hilfslehrer an unserer Anstalt Herrn Dr. Eduard Prigge übertragen worden, der uns schon seit mehreren Jahren ein treuer Mitarbeiter gewesen ist. Über seinen Lebensgang berichtet er, wie folgt:.

Eduard Prigge, geboren in Frankfurt a. M. am 3. Mai 1868, Sohn des Kaufmanns E. Prigge, besuchte 1877 bis 1878 die hiesige Musterschule, sodann bis Herbst 1886 das städtische Gymnasium. Von da an bis Herbst 1890 studierte er in Tübingen, Bonn und Marburg klassische Philologie, Geschichte und Geographie. Auf der letztgenannten Universität erwarb er sich die Facultas docendi in diesen Fächern, sowie die philosophische Doktorwürde auf Grund seiner Dissertationde Thesei rebus gestis, Marburg 1891. Von Ostern 1892 bis Ostern 1893 leistete er am Königl. Gymnasium zu Wiesbaden sein Seminarjahr, von Ostern 1893 bis Ostern 1894 am städtischen Gymnasium zu Frankfurt a. M. sein Probejahr ab. Er blieb seitdem an dieser Anstalt nach ihrer Teilung am Goethe-Gymnasium bis jetzt als wissenschaftlicher Hilfslehrer fortgesetzt thätig. In die Armee trat er Herbst 1886 ein und gehört ihr augenblicklich als Leutnant der Landwehr an.

Für die zweite neugegründete Oberlehrerstelle(s. S. 20, 5) ist Herr Oberlehrer Heinrich Weiß von der Adlerflychtschule in Aussicht genommen(s. S. 20, 7); da er für die nächste Zeit noch nicht abkömmlich ist, wird Herr Theobald Endemann ihn vertreten, der sich augenblicklich an der Turnlehrerbildungs-Anstalt in Berlin befindet.

Am 28. August 1898 starb nach längerem Leiden der Schüler der Michaelis-Obersekunda Otto Stein- hard; er war ein fleißiger, gewissenhafter und begabter Schüler, gleich beliebt bei seinen Mitschülern, wie an- erkannt von seinen Lehrern. Mit seiner Mutter, die in ihm den einzigen Sohn verliert, betrauern wir von Herzen den Verlust dieses hoffnungsvollen Jünglings. Seine Klassenkameraden gaben ihm das letzte Geleit.

2. Besichtigungen und Prüfungen.

In den Tagen vom 21. bis 23. Juni besichtigte Herr Provinzial-Schulrat Dr. Kammer aus Breslau die Klassen nach dem Frankfurter Lehrplan.