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nicht mehr Christ zu sein vorgiebt und dies auch durch den Thatbeweis erhärtet, nämlich dadurch, daß er unsern Göttern opfert— mag er auch bezüglich seines Vorlebens noch so verdächtig sein. Anonyme Denunziationen dürfen aber bei keiner Beschuldigung berücksichtigt werden; denn das macht böses Blut und paßt nicht in unsre Zeit.
d) Wie Ignatius, Bischof von Antiochia in Syrien, seiner Hinrichtung entgegengeht l115].
Easebius historia ecelesiastiea III, 26, 1— 10: Es wird erzählt, daß dieser von Syrien nach der Hauptstadt der Römer deportiert und wegen seines Zeugnisses von Christo wilden Tieren zum Fraße vorgeworfen worden sei. Während er nun die Reise durch Kleinasien unter schärfster militärischer Bedeckung machte, stärkte er die Gemeinden jeder Stadt, in der man Rast hielt, durch persönliche Ansprachen und Ermahnungen. Hierbei ermahnte er sie zunächst ganz besonders, sich vor den Häresien zu hüten, die eben damals zuerst auf- tauchten und ihr Haupt erhoben; sodann wies er sie an, sich fest an die apostolische Überlieferung anzuklammern, deren Betonung er für nötig hielt, indem er sie zu grösserer Sicherheit auch schriftlich schon als Zeugen anführte.
In dieser Weise schrieb er während seines Aufenthaltes in Smyrna, wo Polykarpus war, einen Brief an die Gemeinde von Ephesus, als deren Hüter er Onesimus erwähnt, an die von Magnesia am Mäander, wo er des Bischofs Damas gedenkt, und einen andern an die von Tralles, als deren damaligen Leiter er den Polybius nennt. Außerdem schrieb er auch an die Gemeinde der Römer. An diese richtete er das Ersuchen, sie möchten ihn doch nicht vom Martyrium losbitten und so seiner sehnlichsten Hoffnung berauben. Aus diesem Briefe mag in Kürze zum Erweis des Gesagten folgendes wörtlich mitgeteilt werden:
Ignatius epistula ad Romanos 5:„Von Syrien bis Rom führe ich schon zu Wasser und zu Lande, bei Tag und bei Nacht, den Kampf mit wilden Tieren; denn ich bin an zehn Leoparden gefesselt, nämlich die militärische Escorte, welche nur böser werden, wenn man ihnen Gutes thut. Aber je mehr sie mich mißhandeln, um so mehr bilde ich mich zum Jünger aus. Freilich habe ich damit das eigentliche Gericht noch nicht bestanden! Möchte ich mich darum doch recht bald der wilden Tiere erfreuen, die man für mich bereit hält: ich bete darum, daß sie ungesäumt über mich herfallen; ja, ich werde sie locken mich sofort zu verzehren, und es nicht zu machen wie bei Einigen, die sie in feiger Furcht nicht anrührten. Und wenn sie es aus Überdruß nicht wollen, werde ich sie dazu zu zwingen wissen. Verzeiht mir also meine Bitte; denn ich weiß, was mir frommt: ich fange ja jetzt erst an, ein Jünger Jesu zu werden. Nichts auf der Welt, was ich sehe und nicht sehe, soll mich abhalten, daß ich Christum gewinne. Mag ich durch Feuer oder am Kreuz oder durch Scharen wilder Tiere sterben; mögen meine Gebeine zerstreut, meine Glieder abgehauen, mein ganzer Leib zerstäubt werden; mag der Teufel selbst mich züchtigen: wenn ich nur Jesum Christum gewinne!“
Dergleichen nun stellte er von der genannten Stadt aus den erwähnten Gemeinden vor. Als er aber schon über Smyrna hinaus war, verkehrte er von Troas aus wieder schriftlich mit denen von Philadelphia und der Gemeinde der Smyrnäer und privatim mit deren Leiter, dem Polykarpus.
Es kennt aber sein Martyrium auch Irenäus[ 202], welcher auch seiner Briefe mit folgenden Worten Erwähnung thut:
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