Aufsatz 
William Bullokar / von Eduard Hauck
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

überaus segensreichen Wirksamkeit in den Ruhestand über. Die Oberrealschule, die seit ihrer Anerkennung sich in seinem Dezernate befand, und ihre Lehrer werden seine durch reiche Erfahrung so wertvollen Ratschläge und sein stets bewiesenes Wohlwollen immer in dank- barer Erinnerung behalten und wünschen dem hochverehrten Herrn einen langen gesegneten Lebensabend.

Aus dem Lehrerkollegium schied mit Ostern 1904 Herr Dr. Kirchberger aus, um eine Oberlehrerstelle an der Oberrealschule zu Fulda zu übernehmen. Die besten Wünsche für seine Zukunft folgen ihm, der frisch und eifrig zwei Monate hier gewirkt hat. Im Herbst schieden von der Anstalt Herr wissenschaftlicher Hilfslehrer Dr. Niemeier, um eine Oberlehrer- stelle an der Oberrealschule zu Düsseldorf anzunehmen, und Herr cand. prob. Barlen, um zunächst in Berlin seiner Militärpflicht zu genügen. Beiden Herren sei auch hier der herz- lichste Dank für ihre eifrige und segensreiche Wirksamkeit an der Anstalt ausgesprochen. Mit dem 1. April 1905 traten in den Ruhestand über die Herren Oberlehrer Dr. Schäfer und Zeichenlehrer Oberlehrer Schürmann. Beide haben lange Zeit, der erstere seit 1872, der zweite seit 1874 an der hiesigen Anstalt gewirkt, manche Wandlungen mit erlebt und ihr die besten Kräfte gewidmet. In der Morgenandacht am 3. April widmete ihnen der Bericht- erstatter Worte des Dankes für alles Gute, was sie für die Oberrealschule gewollt und getan haben. Möge beiden Herren ein langer gesegneter Ruhestand beschieden sein!

In das Lehrerkollegium traten ein als Ersatz und wegen der Teilung der Untersekunda zu Beginn des Schuljahres als wissenschaftliche Hilfslehrer die Herren cand. prob. Dörbecker und Kürschner, im Herbst die Herren cand. prob. Weidenmüller und cand. sem. Hübner, end- lich am 1. April als Nachfolger des verstorbenen Professors Böhmel Herr Oberlehrer Jänicke

und ferner Herr Zeichenlehrer Becker, der schon vertretungsweise den Zeichenunterricht längere Zeit erteilt hat.

Konrad Dörbecker, geboren am 14. Juli 1878 zu Oberaula, evangelisch, besuchte das Realprogymnasium und Gymnasium zu Marburg und studierte daselbst von Ostern 1897 an Mathematik und Naturwissenschaften. Seiner Militärpflicht genügte er von Oktober 1898 bis 1899 im Kurhess. Jägerbataillon Nr. 11. Nach bestandener Staatsprüfung im Februar 1903 wurde er zur Ableistung des Seminarjahres dem Göthegymnasium zu Frank- furt a. M. überwiesen, das er Ostern 1904 verliess, um an der Oberrealschule zu Marburg sein Probejahr anzutreten.

Walter Kürschner, geboren am 6. April 1877 zu Stadt-Sulza im Grossherzogtum Sachsen, evangelisch, besuchte das Gymnasium zu Hersfeld, studierte in Marburg, Greifswald und Genf Theologie und Philologie, bestand am 26. Juni 1901 zu Marburg das erste theologische Examen, am 29. Juli desselben Jahres in Cassel das Tentamen, dann am 27. Februar 1903 das philolosophische Staatsexamen in Marburg und am 25. 26. Februar 1904 in Bonn das Turnlehrerexamen. Von Ostern 1903 bis 1904 war er Mitglied des pädagogischen Seminars am Göthe-Gymnasium in Frankfurt a. M., dabei von Herbst bis Ostern am Wöhler-Realgymnasium daselbst ver-

tretungsweise beschäftigt, und wurde Ostern 1904 zur Ableistung des Probejabres der Oberrealschule zu Marburg überwiesen.

Otto Weidenmüller, evangelisch, geboren am 12. Februar 1880 zu Marburg, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt, bestand die Reifeprüfung Ostern 1898, studierte dann in Marburg und Strassburg Deutsch, neuere Sprachen und Geschichte und beendigte seine Studien in Marburg durch die Staatsprüfung im Juni 1903. Von Herbst 1903 1904 war er Mitglied des pädagogischen Seminars in Cassel und wurde im Anschluss daran zur Versehung einer Hülfslehrerstelle an die Oberrealschule in Marburg überwiesen.

Karl Friedrich Hübner, geboren am 22. August 1877 in Prüen in der Eifel, besuchte das Gymnasium zu Kreuznach und bestand Ostern 1897 an dem Gymnasium in Marburg die Reifeprüfung. Er studierte dann abwechselnd in Marburg und Bonn Theologie und Philologie und bestand im Frühjahr 1904 in Bonn das Staats- examen. Sein Seminarjahr begann er in Wiesbaden und wurde in der 2. Hälfte desselben zur Vertretung eines erkrankten Oberlehrers an die hiesige Oberrealschule berufen.

Franz Wilhelm August Jänicke, geboren am 1. Februar 1863 zu Frankfurt a. O., besuchte die dortige Oberschule(Realgymnasium) bis Ostern 1881 und studierte dann in Breslau und Berlin Mathematik und Natur- wissenschaften. Die Prüfung pro facultate docendi bestand er am 14. Dezember 1886 zu Berlin und leistete