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dem 23. März, veranstaltete der Leiter des Turnvereins des Johannes-Gymnasiums in der großen Turnhalle am Lessingplatze vor sehr zahlreich versammelten Freunden und Gönnern der Anstalt eine besonders festliche Vorstellung.
Der sonst übliche allgemeine Schulspaziergang mußte in diesem Jahre ungünstiger Verhältnisse wegen ausfallen.
Wie gewöhnlich veranstaltete auch in diesem Jahre der Gesanglehrer der Anstalt, Herr Ober- organist Hiller, mit dem Gesangschor und einzelnen Schülern der Anstalt eine musikalische Auf- führung am 12. März.
Der Oberlehrer Dr. Toeplitz wurde am 19. Dezember zum Professor und der Lehrer Bau- mann zum Oberlehrer ernannt.
Von den im vorigen Jahre beschäftigten Kandidaten verblieben an der Anstalt die Herren Schwarzer, Dr. Bülow und Dr. Ries, neu zugewiesen wurde Ostern Kandidat Rieger und Michaelis Kandidat Lotzin.
Am 19. Februar verstarb der emeritierte Oberlehrer Prof. Dr. Hirschwälder, der, nachdem er der Anstalt seit ihrer Gründung angehört hatte, vor 3 Jahren wegen schwerer Krankheit pen- sioniert war. Seine Kollegen sowie seine Schüler aus früherer Zeit werden ihm ein liebevolles Andenken bewahren.
Im Lehrerkollegium ist eine Veränderung zu verzeichnen. Der erste Vorschullehrer Gustav Liewald, welcher im Jahre 1894 sein 50 jähriges Amtsjubiläum gefeiert hatte, suchte zu Michaelis 1896 seine Pensionierung nach und mußte bereits von den Sommerferien an vertreten werden. Bei seinem Scheiden aus dem Amte konnte ihm leider wegen seines körperlichen Befindens die Teil- nahme nicht ausgedrückt werden, welche sein segensreiches langjähriges Wirken für die Anstalt verdient hätte. Seine Stelle hat bis jetzt Herr Lehrer Tyroke mit großem Eifer und gutem Erfolge ausgefüllt, der mit dem neuen Schuljahre an das Elisabet-Gymnasium übergehen wird.
Längere Vertretungen waren nôtig für Dr. Fischer, der bald nach der Rückkehr von seiner griechischen Reise erkrankte und bis Pfingsten vertreten werden mußte. Gleichzeitig hatte Professor Hoffmann Urlaub behufs einer Karlsbader Kur. Im Januar mußte Professor Depène wegen einer ansteckenden Krankheit in seiner Familie 3 Wochen durch Kandidat Vogt vertreten werden.
Zum erstenmale sind in diesem Jahre am Johannes-Gymnasium Kandidaten etatmäßig, nicht vorübergehend, beschäftigt und besoldet, weil bei billiger Berücksichtigung der Umstände die Zahl der ordentlichen Lehrer nicht ausreicht, um die Stunden unter normalen Verhältnissen, geschweige denn in besonderen Fällen, die nicht selten eintreten, zu besetzen.
Der Gesundheitszustand der Schüler war im allgemeinen günstig; nur den Tod eines braven Schülers, des Ober- Sekundaners Erich Steinberg, haben wir zu beklagen gehabt.


