Aufsatz 
Das Leben des Landgrafen Kasimir Wilhelm von Hessen-Homburg 1690-1726 : nach archivalischen Quellen dargestellt / von W. Hammann
Entstehung
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Das Leben des Landgrafen Kasimir Wilhelm von Hessen-Homburg 1690 1726.

Nach archivalischen Quellen ¹) dargestellt von Oberlehrer Dr. W. Hammann.

Landgraf Kasimir Wilhelm von Hessen-Homburg, dessen Lebensgang die folgenden Zeilen gewidmet sind, ist ein Sohn des Landgrafen Friedrich II.mit dem silbernen Bein, der durch Kleists bekannte Dichtung alsder Prinz von Homburg und das jüngst ihm und seinem tapferen Geschlechte zu Ehren errichtete Denkmal zu Homburg in der Erinnerung der dankbaren Nachwelt weiterlebt. Nach stürmischen Kriegsjahren, die Friedrich unter Karl X. Gustav in schwedischen und nachmals unter dem Grossen Kurfürsten in brandenburgischen Diensten mit reichen Ehren zugebracht hatte, war er im Jahre 1681 als General der Kavallerie aus dem brandenburgischen Dienste geschieden, um fortan sich ganz der Verwaltung seines zwar kleinen, aber schönen Homburger Landes zu widmen. Schon 20 Jahre früher hatte der Landgraf zur Begründung eines eigenen Familiensitzes nach seiner Vermählung mit der begüterten Gräfin Margarete von Brahe das Amt und Schloss Weferlingen im Fürstentum Halberstadt erworben und vorübergehend dort residiert.

Hier wurde ihm am 23. März 1690 von seiner zweiten Gemahlin Luise Elisabeth, einer kurländischen Prinzessin und nahen Verwandten des Grossen Kurfürsten, zu den zahlreichen Kindern dieser Ehe noch ein Sohn geboren, der in der bald darauf erfolgten Taufe ²) den Namen

¹) Als Quellen zur Darstellung des Lebens Kasimir Wilhelms, dessen die Homburger Geschichtsschreiber nur kurz gedenken, wurden benutzt: 1. Die im Sommer 1906 bei Ordnung des Hötenslebener Archivs vom Verf. aufgefundenen, französisch geschriebenenLebens-Erinnerungen des Landgrafen 1690 1709. 2. Sein Jagd- und Tagebuch 17081726. 3. Die handschriftliche Aufzeichnung seiner Personalien 1726. 4. Sein Testament vom Jahr 1725; sowie die weiteren Akten über den Landgrafen im Grossh. Hess. Haus- und Staatsarchive und Hötenslebener Archive zu Darmstadt. ¹) Die Taufe fand am 2. April 1690 statt. Taufpaten waren: 1. Sophie Charlotte, Kurfürstin von Brandenburg. 2. Elisabeth Juliane, Herzogin von Wolfenbüttel. 3. Charlotte, Abtissin zu Herford, geb. Herzogin von Kurland. 4. Sophie Dorothea, Prinzessin von Hannover. 5. Johanna Magd. Luise, Herzogin von Holstein. 6. Die Generalstaaten der Vereinigten Niederlande. 7. Victor Amadeus, Fürst von Anhalt. 8. Friedrich Kasimir, Herzog von Kurland. 9. August Wilhelm, Prinz von Holstein.

Nach den beiden letzten wurde der Prinz genannt. . 1 1*